— Renato Kaiser

Rauschdichten mit Tino Bomelino aus Stuttgart!

Liebe Rauschdichtenfreunde!

Hier erstmal die blutten Infos:

Datum: 27. April 2015
Ort: MusigbistrotMühlemattstrasse 48, 3007 Bern
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten 10 CHF
Special Guest:
Tino Bomelino aus Stuttgart! Der derzeit ausgefallenste, auffälligste und manchmal auch ausfälligste Protagonist der deutschsprachigen Poetry Slam- und Liedermacherszene. Überraschende Komik, perfektes Timing und absurde Ideen, gepaart mit grossem schreiberischen und musikalischen Talent.

Am Montag, 27. April steht das nächste Rauschdichten vor der Tür, wie gewohnt mit den drei Rauschdichtern Christoph Simon, Sam Hofacher und mir, Renato Kaiser. Diesen dreifachen namentlich spiessigen Mangel an sympathisch-kindlicher inolinodondolino-Endung mit der Zwergenbommelmütze unter den Künstlernamen ausgleichen wird unser fantastischer Special Guest:

Tino Bomelino aus Stuttgart!

Ein Gast, über dessen Kommen ich mich nur schon wegen seines Namens freue: Tino Bomelino. Denn schon seit längerem nutze ich jede mögliche und unmögliche Gelegenheit, ein –lino an irgendwelche Wörter zu hängen. Aber verurteilen Sie mich nicht! Jeder hat seine Zwänge! Die einen vermeiden es, auf Steinplattenböden die Fugen zu betreten, die anderen zählen Strassenlaternen, wieder andere benutzen auf whatsapp immer ein weinendes Smiley, anstatt zu sagen, dass es ihnen schlecht geht und ganz hoffnungslose Fälle meinen, unter 20-Minuten-Online-Artikeln Kommentare abgeben zu müssen, obwohl sie nämlich eigentlich gar nicht wirklich müssen!

Wie ich zu meinem Zwang gekommen bin? Nun: Paradoxerweise mit einer Abkehr vom Kindlichen. Ich habe mich vor einiger Zeit darüber aufgeregt, dass junge Menschen oft ein „-i“ anhängen. „Brudi“ zum Beispiel oder „tschuldi“. Das fand ich völlig daneben. Wenn ich jemanden meinen Bruder nennen und damit auf unsere starke, mächtige, ein bisschen homoerotische, aber vor allem obermännliche freundschaftliche Bande hinweisen will, dann sag ich nicht Brudi! Sondern Bruder! Oder höchstens… Brudo. Ja: Brudo! „O-Endung it shall be“ sagte ich mir und bekämpfte von da an jede neumodische i-Endung mit einem donnernden „o“! Brudi? Brudo! Sichi? Sichooo! Tschuldi? Tschuldoooo! Je länger ich das machte, musste ich aber zugeben, dass die o-Endung sogar noch ein klein wenig beschränkter klang. Aber: Zur „i-Endung“ zurückkrebsen und damit gegenüber unzähligen verpickelten Hipsterteenagern meine Niederlage eingestehen? Niemals! Und zur ursprünglichen korrekten Sprache zurückkehren konnte ich ebenfalls nicht, hatte ich doch schon am süssen Nektar der trendsetzenden Sprachverstümmelung genuckelt. Ich konnte nicht mehr zurück. Also setzte ich mich mit meinen Rauschdichtos zusammen, wir schlossen uns monatelang ein um daran zu arbeiten und kamen schlussendlich auf die perfekte Endung, eben: „-lino“. Die kindlich-kitzelnde Behaglichkeit des „-i“ wird dabei zwar genutzt, aber nur als Startrampe um über die neutral-geschmeidige „n“-Brücke rasch zum warmen, kehligen „o“ zu gelangen, was schlussendlich jedes Wort zu einer infantil-männlich-geschmeidigen Sensation aus Inhalt und Laut macht. Brudolino. Sicholino. Tschuldolino. Ich sage es noch einmal. Tschul. Do. Lino.

Wunderschön.

Und wunderschön ist es deswegen, dass unser diesmaliger Special Guest Tino Bomelino heisst. Im Vornamen zeigt er bereits, dass er ein Brudo im Geiste ist. Tino. Nicht Tini, wie ihn die dummen Kinder in der Schule früher immer genannt hatten, nein. Tino. Aber er ahnte da bereits: Eine o-Endung reicht vielleicht, um sich auf dem Schulhof einen Namen zu machen. Aber für den internationalen Durchbruch musste mehr her. Auch er erkannte die Macht des „-lino“, nannte sich darum Tino Bomelino und zack: schon ist er in der Schweiz!

Aber natürlolino haben wir ihn nicht nur wegen des Namolinos eingeladen. Neinolino. Tino Bomelino ist eine der grössten Neuentdeckolinos auf deutschsprachigen Bühnolinos. Ausgerüstet mit Instrumentolinos, einem Loopgerätolino und natürlich seinen Textolinos glänzt er mit kompromisslosem Humorolino, mit ausgefallenen Ideeolinos, mit perfekt getimeten Pointeolinos und seinem in vielerlei Hinsicht ungewöhnlichen Charmeolino.

Tino Bomelino nimmt in seiner Spielwutolino keine Rücksicht auf Verlustolinos, sei es in der Musikolino, im Humorolino oder in seinem Schaffolino ganz allgemein. Und das macht ihn zu einem der ungewöhnlichsten, innovativsten und herausragendsten Geistolinos der deutschsprachigen Bühnenszenolino.
Die Rauschdichtolinos freuen sich über sein Kommolino und auf Euch! Kommt vorbei, am 27. April, 20 Uhr im Musigbistrot Bern.

Ach ja, übrigens. Christoph Simon hat seinen Schweizer Meister Titel im Poetry Slam verteidigt. Nur so nebenbei. Wer also den alten und neuen Schweizer Meistolino sehen will, soll auch kommen. Er kaut auch Autogramme in Schulterblätter, wenn man ihn nett fragt.

Es grüsst Euch
Renato Kaiser
Im Namen der Rauschdichtolinos