— Renato Kaiser

Rauschdichten mit Hazel Brugger!

Liebe Rauschdichtenfreunde!

Hier erstmal die blutten Infos:

Datum: 24. Februar 2014

Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern), www.musigbistrot.ch

Beginn: 20:00

Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Special Guest: Hazel Brugger (Beschreibung unten)

Am 24. Februar steht das nächste Rauschdichten vor der Tür, wie gewohnt mit den Stammrauschdichtern Christoph Simon, Sam Hofacher und mir, Renato Kaiser. Diesen Triangel aus eifrig angestrengter, aber allzu oft scheiternder Männlichkeit aufbrechen wird dieses Mal:

Hazel Brugger aus Dielsdorf

Hä? Was zur Hölle ist, an welchem Arsch der Welt liegt und wie zum Teufel verschlägt es einen nach Dielsdorf? Und wenn dieses Dielsdorf tatsächlich jemandem passiert, muss man in einer offiziellen Ankündigung wirklich noch so darauf rumreiten? Kann man dann nicht, zum Wohle aller, insbesondere der Betroffenen, einfach direkt Zürich schreiben? Um Hazel Brugger zwar dem geläufigen Zürich-Hohn auszusetzen, sie aber wenigstens von dem vorauseilenden Ruf der Provinzialität loszusagen?

Weit gefehlt! Erstens kommen wir doch alle aus irgendeinem Kuhdorf, sei es Goldach, Würenlos, Ostermundigen, St. Gallen oder Bern. Zweitens habe ich vor einem guten Jahr eine liebevolle musikalische Hommage an diesen  bezaubernden Ort geschrieben, unter dem Arbeitstitel “Gaggidieli”. Drittens wohnt da Harry, mein zweitliebster Hund und Suslä, meine zweitliebste Mutter. Und viertens: Auch wenn Dielsdorf das hinterletzte, verdammte, kuhdungdurchtriebene Uzwil des Zürcher Unterlandes wäre, müsste man Hazel Brugger nicht davor schützen. Denn:

Man schützt nicht Hazel Brugger vor Dingen. Man schützt Dinge vor Hazel Brugger.

Da für uns Rauschdichter die Zuschauer jedoch nicht Dinge sind, sondern Menschen (oouuh yeah!), haben wir keinerlei Skrupel, die Dielsdorfer Literatursplittergranate auf euch loszulassen. Denn wenn sie auf der Bühne in indifferenter Ruhe explodiert, treibt sie jedem Zuschauer eine Scherbe ihrer messerscharfen Gedanken ins Hirn und ins Herz, auf dass er daran langsam und unerbittlich zu Grunde geht. Auf politisch korrektes Gendering habe ich hier mit Rücksicht auf die sprachliche Eleganz verzichtet, darum, falls Ihr Euch gefragt habt: Ja: selbstverständlich tötet Hazel Brugger auch Frauen.
Aber natürlich nur literarisch, liebe verschreckte Leser, und zudem höchst angenehm. Denn: Die abgefeuerten Spitzen bestehen aus steifgefrorenem Bananeneis, das in Euren Herzen langsam schmilzt, um dann den weichen Gianduja-Kern in Euren Organismus fliessen zu lassen.

Aber was soll das jetzt heissen? Dass Hazel Brugger Euch vernichtet? Ja. Dass Ihr es geniessen werdet? Zweifellos. Dass sie Euch wie ein Dessert verführen, penetrieren und danach glücklich und fett zurücklassen wird? Auf jeden Fall. Dass ich meine frivole Neigung zu Dessert untersuchen lassen sollte? Absolut! Aber das soll hier nicht Thema sein.

Sondern eben Hazel Brugger. Und nein, ich werde Euch nicht sagen, was sie schon alles erreicht hat, denn es ist zu viel und zu beschämend für uns alle. Aber ich erzähle Euch, was sie in Zukunft noch tun wird: Hazel Brugger wird den Sexismus zerstören, dann den Feminismus, und die daraus entstandene Masse aus geschlechts- und orientierungslosem Menschenmaterial mit einer Schubkarre ins Paradies stossen. Nebenbei wird sie in den nächsten fünf Jahren zwei Bücher geschrieben haben: Eine Untergrundbibel, die sich dann jeder NZZ-Feuilletonist unters Kopfkissen legen und von Zeit zu Zeit ablecken wird und einen Bestseller, der wenige Jahre darauf verfilmt werden wird. Eines davon wird heissen: “Der Sturm bin ich”. Der Titel des anderen wird, wie das Buch selbst, in einer Sprache geschrieben sein, die Hazel Brugger noch erfinden wird.

Langer Gräben kurzer Rinn: Ihr werdet alle sterben. Irgendwann. Darum schaut Euch vorher doch noch Hazel Brugger an. Am 24. Februar, 20:00 Uhr im Musigbistrot Bern.

Es grüsst Euch

Renato Kaiser

Im Namen und wahrscheinlich auch im Sinne der

Rauschdichter.

BruggerHazelZU