— Renato Kaiser

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Tag "Rauschdichten"

Für diesen Text wurden verwendet: 

Fünf Begriffe aus dem Publikum und 30-40 Minuten Zeit. Die Begriffe waren:

Rüeblitorte, Kanzel, Geburtstag, Zahnbürschtli und Geometrie.

Alle weiteren Infos dazu findet Ihr hier.

Dä Raffael wartet am Usgang vom Läbä und wil vo sim Mami abgholt werde

Äs isch ämol än chliinä Bueb namens Raffael gsi. Dä Bueb isch aber nöd wi di anderä Chind gsi, nai. Er hät nöd wie all di anderä chliinä Chind mit drüü dä erscht iPod, mit Sächsi s’erschti iPhone, mit Nüüni s’erschti iPad und mit 12i s’erschte Chind übercho, nai. Dä Raffael isch no so uufgwachsä, wi me früener uufgwachsä isch. Är hät mit drü Chinderbüecher gläsä, mit nüüni Chinderbüecher gläsä, und mit zwölfi hät er nöd öppä scho äs Chind übercho, nai: Er isch immer no ais gsi. Und da hät sich au schpöter nöd g’ändärät. Di anderä sind mit 16i go tanzä, go fiirä, go umäsuufä, id Disco und in Klub. Dä Raffael nöd. Er hät Chinderbüecher gläsä.

Für d’Eltere isch da am Afang natürli super gsi. Ganz schtolz sinds uf iren chliinä gsi. Dass er äbä  nöd ä sonen verzogänä huerä Saugoof isch, wie all di anderä chlinä Justin Beaver Verschnitt, wo scho wüssed, wie schräg genau me sis Nike-Chäpli mues aleggä, no bevor’s chönd laufä. Än aschtändigä ischer gsi, än guetä. Am Geburtstag isches für si natürli au aifach gsi. Wärend alli andere Elterä amel wie di gschtöörte in Manor oder in Inter Discount oder in Media Markt gsecklet sind, wels am chlinä Rotzgoof di neuschti Version vo Call of Duty hend müese schenkä, damit er mit sinä minderjöörige Kolegä us Amerika, Japan, Dütschland und allnä andere Länder online cha Soldatä dä Grind wegballere, hend d’Elterä vom Raffael amel nur müesä zum Chinderladä go, grad um dä Eggä, immer dä glich und aifach ä neus Chinderbuech chaufe. Super isch da gsi für die Elterä. Wenn dä Raffael Geburtstag gha hät, hät er nöd mee brucht als ä neus Chinderbuech und ä Rüeblitortä. “Huere Aargauerfrass” hend die andere Chind amel gsait und en uusglachät. Und sis Mami hät denn amel gsait: “Nai, imfall, das esseds au z’Schaffhusä”. “Schaffhuusä, Schaffhusä, da isch jo ee fascht z’Dütschland!” hends denn gruefe und glached und gjoolet und sin usegseckläd und hend än Dütsche azündt, wel iri Eltere inä gsait hend, das me das so mües mache.

Aber vo all dem hät Raffael nünt mitübercho. Ganz allai isch er a sim Tisch ghocket, niemert hät mit ihm gfiiret, niemert hät mit ihm gschpielt, er hät kai Fründä kai, mueterseeleallai isch er a dem Tisch gsessä und hät sini Rüeblitorte g’ässä. Sis Mami hät en ganz mitlaidig aglueget und gfrögät “Wötsch än Sirup, Schatzi” und er hät nur abgwunke. S’Ainzig woner amel zu sinere Rüeblitorte trunke hät, sind sini Tränä gsi. Sini Mueter hät denn ganz truurig glueget und gsait: “Du lueg Raffael. Du bisch jetzt 25i. Mainsch nöd, dass mol langsam sötsch “NAI!” Hät dä Raffael denn ganz trotzig gsait und mit sine Hend versuecht z’zaigä, wi alt er den wörkli segi. 6i, hät er zaigt. 6i seger. Sis Mami hät denn aber gsait “Nai Raffael, du bisch 25i, i waiss du chasch immer no nöd zelä, aber da isch imfall gar nöd so-” NAI! I KANN ZELL!”. Wel dä Raffael sis ganzä Läbä lang nur Chinderbüecher gläsä hät, hät er weder bsunders guet chönä zellä, no guet rede chönä. “Kan zell…” hät er trotzig und gedankeverlorä is letschte Schtuck Rüeblichueche inebrummt, woner sich mit dä Fuscht is Muul ine truckt hät.

Er hät sowieso nöd vil Wörter kennt. Nur “NAI”, “KANN ZELL” und “Zahnbürschtli”. Das hät er nämli immer gsait, wenn en sini Mueter gfrogät hät, was er denn mol wöli werdä, wenn er gross segi. “ZAHNBÜRSCHTLI!” wöl er werdä, hät er gsait. Also nöd scho immer. Also aigentlich erscht so mit 21i hät das aagfangä, woner s’erscht mol vo dä Zaafee enttüscht wordä isch. Wel so fescht, wiener immer an Oschterhas und as Chrischtchindli glaubt hät, hät er au ad Zaafee glaubt. Schliesslich hät em sini Mueter woner chli gsi isch, immer än Füüfliber unter s’Chüssi glait, wenn er ainä vo sinä Milchzää, wonem uusghait sind, dä Obig vorher drunter glait hät. Woner chli gsi isch, isch da jo no herzig gsi. Aber so mit 15i, 16i, isches dä Mueter denn scho langsam ächli komisch vorcho. Und woner denn au mit 19i immer no Milchzää unter s’Chüssi glait hät, isch si denn scho chli stutzig wordä. “Wo hät er die nur her?” hät si sich amel gfrögät. Sie hät denn halt aifach denkt, dass er die us Gips oder Holz oder waiss de Gugger was gschnitzt hät. Dass idä Zitig gschtandä isch, dass irgend öpper chlinä Chind ide Nochborschaft d’Zää uuschloot, hät si so fescht ignoriert, wie alles andere wo a irem Raffael ächli komisch gsi isch. Woner denn 21i gsi isch, isch si denn aber langsam verzwiiflet und hät uufghört mit dem Zaafeezüüx. Und ab dem Moment, wo d’Zaafee am Raffael kai Füfliber me unter s’Chüssi glait hät, hät er au uufghört a si glaubä. Waner aber nie uufghört hät, isch: chlinä Chind d’Zää uuschloo. Die hett er denn immer am Mami unter s’Chüssi glait. Immer öppä zää Schtuck, agrichtet immer in Kegelform, also därä Form vo dä Geometrie, wo usgseet, wienes Rüebli. Wel er äbä sis Mami so gern hät.

Und au wenns dä Raffael nöd aifach gha hät im Läbä, au wenn er chum hät chönä redä oder zelä, und au wenn en d’Chind immer uusglachät hend, und au wenn en d’Zaafee irgendwenn so fürchterlich im Stich loo hät, trotz all dem, isch dä Raffael amel glücklich gsi, wenner sim Mami di uusgschlagnä Zää vodä Nochborschind in Rüebliform unter s’Chüssi glait hät. Wel i dem Moment isch er da wordä, woner immer scho hät wölä werdä. Dä legitimi und zueverlässigi Noochfolger vodä Zaafee. S’Zahn-Bürschtli.

 

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Rüeblitorte, Kanzel, Geburtstag, Zahnbürschtli und Geometrie…

…, so lauteten die fünf Begriffe, aus denen ich am letzten Montagabend, 31. März 2014, einen Text schreiben sollte. Als Erklärung für alle uninformierten Unwürdigen, die keine Ahnung haben, was Rauschdichten sein soll (pfui pfui pfui!), eine kurze Erklärung. Ich betreibe zusammen mit meinen hochgeschätzten Freunden und Kollegen Sam Hofacher und Christoph Simon eine Lesebühne in Bern namens “Rauschdichten”. Jeden letzten Montag des Monats finden wir uns im Musigbistrot in Bern zusammen und tragen einem äusserst intelligenten, gutaussehenden und gut gewaschenen Publikum unsere Texte vor, flankiert jedes Mal von einem ausgezeichneten Special Guest, wie es letzten Montag unser hochgeliebter Christian Ritter aus Bamberg war.

Das Besondere an der Lesebühne Rauschdichten ist, und eben auch namensgebend, dass jedes Mal von einem der Auftretenden ein Spontantext geschrieben wird. Vor der Pause lassen wir uns vom Publikum fünf Begriffe geben, dann wird einer von uns ausgelost und derjenige muss dann zum Ende der Veranstaltung einen Text präsentieren, in welchem die fünf Begriffe vorkommen. Er hat also etwa 30-40 Minuten Zeit und eine Flasche Rotwein zur Verfügung (that puts the Rausch into the Rauschdichten), um die besagten Wörter in einen Text zu verwandeln.

Dieses Mal hat es mich getroffen, die Begriffe waren Rüeblitorte, Kanzel, Geburtstag, Zahnbürschtli und Geometrie, und der Mann, der mich ausgelost hatte, hiess Raffael, weshalb mein Text den Titel trägt: “Dä Raffael wartet am Uusgang vom Läbä und will vo sim Mami abgholt werdä”

Den Text in geschriebener Form findet ihr hier, das Video seht ihr gleich unten.

Voilà:

 

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Sehr schön wars beim Wortlaut Festival in St. Gallen!

Wir durften Gerhard Meister und Anna Trauffer mit ihrem poetisch-musikalisch herausragenden Programm “Use usem Uterus” sehen, von Etrit Hasler mit der bisher originellsten Anmoderation wunderbar herzerwärmend beleidigend angekündigt werden, dann vor vollem Haus in der Grabenhalle auftreten, Etrit Hasler von der Bühne runterklatschen und dann noch den einzigartigen Toby Hoffmann in der Stickerei Bar belauschen, angaffen und anjohlen!

Am Montag gehts aber schon weiter mit der nächsten Herzens- und Leberangelegenheit: Dem Rauschdichten!

Die blutten Infos:

Datum: Montag, 31. März 2014

Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern), www.musigbistrot.ch

Beginn: 20:00

Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Morgen schon steht also das nächste Rauschdichten vor der Tür, wie gewohnt mit den Stammrauschdichtern Christoph Simon, Sam Hofacher und mir, Renato Kaiser. Diese verschworene Dreifaltigkeit aus urtelligster Eidgenossenschaft aufbrechen wird dieses Mal der Mann, der dieses Wochenende noch beim Wortlaut Festival St. Gallen ebenfalls das Publikum entzückt hat:

Christian Ritter aus Bamberg!

Oder war es Würzburg? Oder Nürnberg? Ist doch alles einerlei! Spätestens seit dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative ist das da draussen sowieso alles Ausland. Ist ja auch einfacher. Bei all diesen fremden Ländern und Städten muss man sich ja schliesslich fast irren, oder kurz gesagt: Erasmus.

Das soll aber hier nicht Thema sein, sondern der wunderbare Christian Ritter! Aus Bamberg kommt er, in Würzburg moderiert er und in Nürnberg liebt man ihn. Das will aber nichts heissen, denn man liebt ihn überall! Und das völlig zu Recht. Seine Geschichten sind humorvoll, schlau, einfallsreich und euphorisieren geradezu mit ihrem horrenden Tempo, sowohl in der Schreibe als auch im Vortrag. Der begnadete Storyteller bringt das Slam-Publikum regelmässig in Ekstase, sich selbst ins Finale und seine Lippen häufig als erster an den jungfräulichen Hals des Siegerwhiskys (also, weil er gewinnt, nicht weil er ein ungeduldiger, unhöflicher, schlecht verlierender Säufer ist, wie alle anderen Slam-Poeten). Er gehört deswegen nicht nur unumstritten zur ersten Kaste des Poetry Slams (was auch immer das heissen soll), sondern auch in die tragisch-ehrenvollen Annalen der Vize-Champions von deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften (so geschehen nämlich bei den Nationals in Düsseldorf 2009).

Davon kann man sich natürlich nichts kaufen. Muss er aber auch nicht! Denn er schreibt Bücher! Davon kann man sich auch nichts kaufen? Stimmt eigentlich! Aber wenigstens hat er währenddessen nichts Dümmeres gemacht (beispielsweise keinem Schweizer das Geld, die Arbeit oder die Frau gestohlen) und die Welt wenigstens um einige schöne Buchtitel bereichert, die da zum Beispiel wären: “Moderne Paare teilen sich die Frauenarbeit” oder “Geschlechtsverkehr – Eine Einführung”. Sein aktueller Roman “Die sanfte Entführung des Potsdamer Strumpfträgers” dreht sich um das spontane Kidnappen des Quiz-Overlords Günther Jauch und hat ihm nicht nur einen Vertrag mit dem Heyne-Verlag und eine Nominierung in die Shortlist für den “ungewöhnlichsten Buchtitel des Jahres 2013″ (Buchmesse Leipzig) eingebracht, sondern auch ein hübsches kleines Skandälchen in der deutschen Boulevardpresse. Mehr zu alledem findet man in seinem ebenfalls äusserst unterhaltsamen Blog (http://christianritter.wordpress.com/).

Ich will ja nicht sagen, dass wir Rauschdichter die deutsche Boulevardpresse fleissig verfolgen (ausser Christoph Simon vielleicht, der alte Heimlifeiss), aber trotzdem kriegen wir schon ein bisschen feuchte Hände, wenn wir daran denken, endlich einmal eine richtige Skandalnudel willkommen heissen zu dürfen! Huiii! Das Musigbistrot wird vor geifernden Blick-Lesern und -journalisten überschäumen! Wir sind so aufgeregt! Aber vor allem hocherfreut, dass uns der in jeglicher Hinsicht ausgezeichnete Autor Christian Ritter mit seinen Geschichten beehrt.

Langer Schäden kurzes Kinn: Dass ich während dieser Autoren-Beschreibung mich zu keinem einzigen Wortspiel mit “Ritter” habe hinreissen lassen, ist ein Zeichen für meinen Respekt ihm gegenüber. Tut es mir gleich und kommt vorbei, am 31. März, 20:00 Uhr im Musigbistrot Bern.

Es grüsst Euch

Renato Kaiser
Im Namen und vielleicht auch im Sinne der
Rauschdichter

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Ganz ganz furchtbar…

… ist der Versuch, mittels eines drastischen Titels Leute dazu zu bringen, diesen Eintrag zu lesen. Wobei ich eigentlich nicht die Dramatik der Überschrift ausnutze, um die Leser an diesen Blog zu fesseln, sondern vor allem den Namen “Hazel Brugger”, der jedem Menschen, der an hervorragendem Text und Humor interessiert ist, nicht nur ein Begriff sein sollte, sondern auch Auslöser für eine unter anderem geistige Spontan-Ejakulation. Und davon gab es am vergangenen Montagabend einige, zumindest habe ich unzählige Rauschdichten-Zuschauer dabei beobachtet, wie sie laut aufgelacht, dann die Augen verdreht, mit der Zunge die Lippen benetzt, kurz aufgestöhnt, dann erschrocken die Augen wieder aufgerissen, sich besorgt zwischen die Beine geschaut, erleichtert gelächelt und verlegen um sich geschaut haben, nur um diesen Vorgang sofort und immer wieder zu wiederholen. Natürlich war das beim einen oder anderen nicht so, aber der eine oder andere ist ja auch ignorant und asexuell. Selbstverständlich stimmt auch das nicht. Ganz offensichtlich war an dem Abend niemand ignorant und asexuell (schliesslich haben alle die entsprechende Prüfung beim Eingang bestanden).

Wie dem auch sei, der Abend war ein voller Erfolg für alle Beteiligten (ausser vielleicht für die Frau, deren Toilettengang von Hazel Brugger kommentiert wurde, wobei: wem würde das nicht gefallen?) und die Rauschdichter (Sam Hofacher, Christoph Simon und ich) bedanken sich ganz herzlich.

Nächsten Monat öffnen wir der Masseneinwanderung Tür und Tor und importieren einen der lustigsten und schlausten Story-Teller im deutschsprachigen Raum, nämlich meinen wunderbaren Freund und Kollegen Christian Ritter aus Bamberg.

31. März 2014, 20:00 Uhr, Musigbistrot Bern, Mühlemattstrasse 48, Eintritt für Studenten 10 für normale Menschen 15.

Als Abschluss hier noch ein Schnappschuss einer jener raren Momente, in welchen Hazel Brugger ins Publikum schaut und mit beiden Händen performativ ausflippt. Ein Habitus, dem sie zum Wohle der überschäumenden Libido jedes einzelnen Zuschauers glücklicherweise selten nachgibt.
(Bei Christoph Simon, der von Hazel Brugger aus gesehen links am Fenster sitzt, ist übrigens der oben beschriebene Vorgang festgehalten beim Moment des erleichterten Lächelns)2014-02-24 21.45.59

 

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Liebe Rauschdichtenfreunde!

Hier erstmal die blutten Infos:

Datum: 24. Februar 2014

Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern), www.musigbistrot.ch

Beginn: 20:00

Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Special Guest: Hazel Brugger (Beschreibung unten)

Am 24. Februar steht das nächste Rauschdichten vor der Tür, wie gewohnt mit den Stammrauschdichtern Christoph Simon, Sam Hofacher und mir, Renato Kaiser. Diesen Triangel aus eifrig angestrengter, aber allzu oft scheiternder Männlichkeit aufbrechen wird dieses Mal:

Hazel Brugger aus Dielsdorf

Hä? Was zur Hölle ist, an welchem Arsch der Welt liegt und wie zum Teufel verschlägt es einen nach Dielsdorf? Und wenn dieses Dielsdorf tatsächlich jemandem passiert, muss man in einer offiziellen Ankündigung wirklich noch so darauf rumreiten? Kann man dann nicht, zum Wohle aller, insbesondere der Betroffenen, einfach direkt Zürich schreiben? Um Hazel Brugger zwar dem geläufigen Zürich-Hohn auszusetzen, sie aber wenigstens von dem vorauseilenden Ruf der Provinzialität loszusagen?

Weit gefehlt! Erstens kommen wir doch alle aus irgendeinem Kuhdorf, sei es Goldach, Würenlos, Ostermundigen, St. Gallen oder Bern. Zweitens habe ich vor einem guten Jahr eine liebevolle musikalische Hommage an diesen  bezaubernden Ort geschrieben, unter dem Arbeitstitel “Gaggidieli”. Drittens wohnt da Harry, mein zweitliebster Hund und Suslä, meine zweitliebste Mutter. Und viertens: Auch wenn Dielsdorf das hinterletzte, verdammte, kuhdungdurchtriebene Uzwil des Zürcher Unterlandes wäre, müsste man Hazel Brugger nicht davor schützen. Denn:

Man schützt nicht Hazel Brugger vor Dingen. Man schützt Dinge vor Hazel Brugger.

Da für uns Rauschdichter die Zuschauer jedoch nicht Dinge sind, sondern Menschen (oouuh yeah!), haben wir keinerlei Skrupel, die Dielsdorfer Literatursplittergranate auf euch loszulassen. Denn wenn sie auf der Bühne in indifferenter Ruhe explodiert, treibt sie jedem Zuschauer eine Scherbe ihrer messerscharfen Gedanken ins Hirn und ins Herz, auf dass er daran langsam und unerbittlich zu Grunde geht. Auf politisch korrektes Gendering habe ich hier mit Rücksicht auf die sprachliche Eleganz verzichtet, darum, falls Ihr Euch gefragt habt: Ja: selbstverständlich tötet Hazel Brugger auch Frauen.
Aber natürlich nur literarisch, liebe verschreckte Leser, und zudem höchst angenehm. Denn: Die abgefeuerten Spitzen bestehen aus steifgefrorenem Bananeneis, das in Euren Herzen langsam schmilzt, um dann den weichen Gianduja-Kern in Euren Organismus fliessen zu lassen.

Aber was soll das jetzt heissen? Dass Hazel Brugger Euch vernichtet? Ja. Dass Ihr es geniessen werdet? Zweifellos. Dass sie Euch wie ein Dessert verführen, penetrieren und danach glücklich und fett zurücklassen wird? Auf jeden Fall. Dass ich meine frivole Neigung zu Dessert untersuchen lassen sollte? Absolut! Aber das soll hier nicht Thema sein.

Sondern eben Hazel Brugger. Und nein, ich werde Euch nicht sagen, was sie schon alles erreicht hat, denn es ist zu viel und zu beschämend für uns alle. Aber ich erzähle Euch, was sie in Zukunft noch tun wird: Hazel Brugger wird den Sexismus zerstören, dann den Feminismus, und die daraus entstandene Masse aus geschlechts- und orientierungslosem Menschenmaterial mit einer Schubkarre ins Paradies stossen. Nebenbei wird sie in den nächsten fünf Jahren zwei Bücher geschrieben haben: Eine Untergrundbibel, die sich dann jeder NZZ-Feuilletonist unters Kopfkissen legen und von Zeit zu Zeit ablecken wird und einen Bestseller, der wenige Jahre darauf verfilmt werden wird. Eines davon wird heissen: “Der Sturm bin ich”. Der Titel des anderen wird, wie das Buch selbst, in einer Sprache geschrieben sein, die Hazel Brugger noch erfinden wird.

Langer Gräben kurzer Rinn: Ihr werdet alle sterben. Irgendwann. Darum schaut Euch vorher doch noch Hazel Brugger an. Am 24. Februar, 20:00 Uhr im Musigbistrot Bern.

Es grüsst Euch

Renato Kaiser

Im Namen und wahrscheinlich auch im Sinne der

Rauschdichter.

BruggerHazelZU

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Die Lesebühne Rauschdichten gibt es seit 2009 und besteht aus den drei Stammlesern Renato KaiserChristoph Simon und Sam Hofacher. Jeden letzten Montag des Monats werden dort Gedichte, Geschichten, Spoken-Word- und Slam-Texte kredenzt.
Christoph Simon lässt den Autoren raushängen und unterbietet sich selbst in Sachen Performance, das aber konstant und eifrig.
Sam Hofacher ist gross, redet schlau und fehlt oft krank/verkatert/grundlos.
Und Renato Kaiser ist gutaussehend, talentiert und grossartig, kurz: der beste Mensch der Welt und Verfasser dieser Zeilen.
Der Rauschdichten-Text: Einer der Auftretenden im Laufe des Abends spontan einen Text schreiben und vortragen. Zur Verfügung stehen dabei fünf Begriffe aus dem Publikum, eine halbe Stunde Zeit und eine ganze Flasche Rotwein – because that puts the “Rausch” into the “Rauschdichten”!

Ausserdem werden zu jedem Rauschdichten hochkarätige Gäste der nationalen und internationalen Kunst des Spoken Word/Poetry Slam, des Kabaretts und der Schriftstellerei eingeladen, die das Publikum mit Werken aus ihrem Repertoire (und vielleicht sogar mit einem improvisierten Rauschdichten-Text) beglücken werden.

Weitere Infos auf  www.musigbistrot.ch und hoffentlich bald auf www.rauschdichten.ch.

Mit einer mail an die Adresse rauschdichten@gmail.com kann man sich für den Rauschdichten-Newsletter anmelden.

Datum: Jeder letzte Montag des Monats
Ort: Musigbistrot, Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern
Zeit: 20:00 Uhr
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Der Gast vom 24. Februar:

Team Neurosenstolz bestehend aus David Friedrich (Hamburg) und Björn Dunne (Berlin)

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Die Lesebühne Rauschdichten gibt es seit 2009 und besteht aus den drei Stammlesern Renato KaiserChristoph Simon und Sam Hofacher. Jeden letzten Montag des Monats werden dort Gedichte, Geschichten, Spoken-Word- und Slam-Texte kredenzt.
Christoph Simon lässt den Autoren raushängen und unterbietet sich selbst in Sachen Performance, das aber konstant und eifrig.
Sam Hofacher ist gross, redet schlau und fehlt oft krank/verkatert/grundlos.
Und Renato Kaiser ist gutaussehend, talentiert und grossartig, kurz: der beste Mensch der Welt und Verfasser dieser Zeilen.
Der Rauschdichten-Text: Einer der Auftretenden im Laufe des Abends spontan einen Text schreiben und vortragen. Zur Verfügung stehen dabei fünf Begriffe aus dem Publikum, eine halbe Stunde Zeit und eine ganze Flasche Rotwein – because that puts the “Rausch” into the “Rauschdichten”!

Ausserdem werden zu jedem Rauschdichten hochkarätige Gäste der nationalen und internationalen Kunst des Spoken Word/Poetry Slam, des Kabaretts und der Schriftstellerei eingeladen, die das Publikum mit Werken aus ihrem Repertoire (und vielleicht sogar mit einem improvisierten Rauschdichten-Text) beglücken werden.

Weitere Infos auf  www.musigbistrot.ch und hoffentlich bald auf www.rauschdichten.ch.

Mit einer mail an die Adresse rauschdichten@gmail.com kann man sich für den Rauschdichten-Newsletter anmelden.

Datum: Jeder letzte Montag des Monats
Ort: Musigbistrot, Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern
Zeit: 20:00 Uhr
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Der Gast vom 24. Februar:

Team Interrobang bestehend aus Manuel Diener (Zürich) und Valerio Moser (Langenthal)

Interrobang

Meine Ankündigung:

Team Interrobang

“Gopfertammi, was haisst jetzt da scho wider? Interrobang? Goots no? Immer das moderne englische huere Füdlizüügs he!” Das hat Christoph Simon gesagt – zumindest in meinem Traum. Darum sagte er es auch nicht auf Berndeutsch. Warum ich von einem Sanktgallerdeutsch sprechenden Christoph Simon träume (ja, regelmässig) soll hier aber nicht weiter Thema sein, sondern eben “Interrobang”. Unter diesem superfancy Namen haben sich nämlich die nicht weniger superfancy Slam Poeten Valerio Moser aus Langenthal und Manuel Diener aus Zürich zusammengetan. Aber was zur Hölle heisst das? “Interrobang” ist ein seltenes, im Deutschen nicht benutztes Nichtstandard-Satzzeichen. Weiss doch jeder! Auch Wikipedia! Ein Interrobang am Ende einer Frage soll zeigen, dass sie mit Nachdruck gestellt wird (zumeist, weil die implizierte Antwort dermassen unglaublich scheint) Zum Beispiel:

Sam Hofacher hat wirklich eine Freundin?!

Christoph Simon wäscht sich regelmässig?!

Renato Kaiser ist auch privat so huere läss?!

Ganz korrekt geschrieben ist das Zeichen dann, wenn das Ausrufe- und das Fragezeichen sich überlappen, nämlich so: 

Da dieses Symbol aber kaum genutzt wird, wird es eventuell hier nicht korrekt dargestellt. Wenn das so ist, müsst Ihr es Euch einfach vorstellen (also so wie Sam Hofacher seine Freundin).

Wie dem auch sei: Das Team Interrobang müsst Ihr Euch nicht vorstellen, denn Valerio Moser und Manuel Diener werden wahr- und leibhaftig vor Euch stehen und Euch all das um die Ohren ballern, wozu Team Slam Poetry imstande ist! Es wird geflüstert und geschrien, proklamiert und sinniert, gerappt und gebeatboxed, synchron, einzeln, mit- und gegeneinander gesprochen, kurz: All Eure Fragen und Wünsche werden mit Nachdruck beantwortet und erfüllt – wuchtig und voller Effekt, aber auch hintersinnig, schlau und mit viel Humor.

Wenn Ihr Euch darunter immer noch nichts vorstellen könnt, schaut Euch dieses Video an:

https://www.youtube.com/watch?v=aqQVP0T4Sx8

Manuel Diener and Valerio Moser put the „bang“ into „Interrobang“! Darum kommt am 28. April, 20:00 Uhr ins Musigbistrot Bern und lasst Euch interrobangen! Christoph Simon, Sam Hofacher und ich sind auch dabei, es wird also ein Interrogangbang! Alles natürlich halb so wild und im geschützten Rahmen der literarischen Fiktion, isch jo logisch.

Es grüsst Euch

Renato Kaiser

Für einmal nicht im Namen aller Rauschdichter. Die anderen beiden distanzieren sich mit Nachdruck von den stupid-pubertären Wortspielen und freuen sich euphorisch, aber anständig auf die hervorragenden Special Guests.

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Die Lesebühne Rauschdichten gibt es seit 2009 und besteht aus den drei Stammlesern Renato KaiserChristoph Simon und Sam Hofacher. Jeden letzten Montag des Monats werden dort Gedichte, Geschichten, Spoken-Word- und Slam-Texte kredenzt.
Christoph Simon lässt den Autoren raushängen und unterbietet sich selbst in Sachen Performance, das aber konstant und eifrig.
Sam Hofacher ist gross, redet schlau und fehlt oft krank/verkatert/grundlos.
Und Renato Kaiser ist gutaussehend, talentiert und grossartig, kurz: der beste Mensch der Welt und Verfasser dieser Zeilen.
Der Rauschdichten-Text: Einer der Auftretenden im Laufe des Abends spontan einen Text schreiben und vortragen. Zur Verfügung stehen dabei fünf Begriffe aus dem Publikum, eine halbe Stunde Zeit und eine ganze Flasche Rotwein – because that puts the “Rausch” into the “Rauschdichten”!

Ausserdem werden zu jedem Rauschdichten hochkarätige Gäste der nationalen und internationalen Kunst des Spoken Word/Poetry Slam, des Kabaretts und der Schriftstellerei eingeladen, die das Publikum mit Werken aus ihrem Repertoire (und vielleicht sogar mit einem improvisierten Rauschdichten-Text) beglücken werden.

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Mit einer mail an die Adresse rauschdichten@gmail.com kann man sich für den Rauschdichten-Newsletter anmelden.

Datum: Jeder letzte Montag des Monats
Ort: Musigbistrot, Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern
Zeit: 20:00 Uhr
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Der Gast vom 24. Februar:

Christian Ritter aus Würzburg!

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Die Lesebühne Rauschdichten gibt es seit 2009 und besteht aus den drei Stammlesern Renato KaiserChristoph Simon und Sam Hofacher. Jeden letzten Montag des Monats werden dort Gedichte, Geschichten, Spoken-Word- und Slam-Texte kredenzt.
Christoph Simon lässt den Autoren raushängen und unterbietet sich selbst in Sachen Performance, das aber konstant und eifrig.
Sam Hofacher ist gross, redet schlau und fehlt oft krank/verkatert/grundlos.
Und Renato Kaiser ist gutaussehend, talentiert und grossartig, kurz: der beste Mensch der Welt und Verfasser dieser Zeilen.
Der Rauschdichten-Text: Einer der Auftretenden im Laufe des Abends spontan einen Text schreiben und vortragen. Zur Verfügung stehen dabei fünf Begriffe aus dem Publikum, eine halbe Stunde Zeit und eine ganze Flasche Rotwein – because that puts the “Rausch” into the “Rauschdichten”!

Ausserdem werden zu jedem Rauschdichten hochkarätige Gäste der nationalen und internationalen Kunst des Spoken Word/Poetry Slam, des Kabaretts und der Schriftstellerei eingeladen, die das Publikum mit Werken aus ihrem Repertoire (und vielleicht sogar mit einem improvisierten Rauschdichten-Text) beglücken werden.

Weitere Infos auf  www.musigbistrot.ch und hoffentlich bald auf www.rauschdichten.ch.

Mit einer mail an die Adresse rauschdichten@gmail.com kann man sich für den Rauschdichten-Newsletter anmelden.

Datum: Jeder letzte Montag des Monats
Ort: Musigbistrot, Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern
Zeit: 20:00 Uhr
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Der Gast vom 24. Februar:

Hazel Brugger aus Zürich!

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Die Lesebühne Rauschdichten gibt es seit 2009 und besteht aus den drei Stammlesern Renato KaiserChristoph Simon und Sam Hofacher. Jeden letzten Montag des Monats werden dort Gedichte, Geschichten, Spoken-Word- und Slam-Texte kredenzt.
Christoph Simon lässt den Autoren raushängen und unterbietet sich selbst in Sachen Performance, das aber konstant und eifrig.
Sam Hofacher ist gross, redet schlau und fehlt oft krank/verkatert/grundlos.
Und Renato Kaiser ist gutaussehend, talentiert und grossartig, kurz: der beste Mensch der Welt und Verfasser dieser Zeilen.
Der Rauschdichten-Text: Einer der Auftretenden im Laufe des Abends spontan einen Text schreiben und vortragen. Zur Verfügung stehen dabei fünf Begriffe aus dem Publikum, eine halbe Stunde Zeit und eine ganze Flasche Rotwein – because that puts the “Rausch” into the “Rauschdichten”!

Ausserdem werden zu jedem Rauschdichten hochkarätige Gäste der nationalen und internationalen Kunst des Spoken Word/Poetry Slam, des Kabaretts und der Schriftstellerei eingeladen, die das Publikum mit Werken aus ihrem Repertoire (und vielleicht sogar mit einem improvisierten Rauschdichten-Text) beglücken werden.

Weitere Infos auf  www.musigbistrot.ch und hoffentlich bald auf www.rauschdichten.ch.

Mit einer mail an die Adresse rauschdichten@gmail.com kann man sich für den Rauschdichten-Newsletter anmelden.

Datum: Jeder letzte Montag des Monats
Ort: Musigbistrot, Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern
Zeit: 20:00 Uhr
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Der Gast vom 27. Januar:

Matto Kämpf aus Thun!

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