— Renato Kaiser

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Tag "Rauschdichten"

Datum: 27. Juni 2016
Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern)
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Infos zu vergangenen Rauschdichten-Veranstaltungen.

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Datum: 30. Mai 2016
Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern)
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Infos zu vergangenen Rauschdichten-Veranstaltungen.

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Datum: 25. April 2016
Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern)
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Infos zu vergangenen Rauschdichten-Veranstaltungen.

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Datum: 28. März 2016
Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern)
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Infos zu vergangenen Rauschdichten-Veranstaltungen.

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Datum: 29. Februar 2016
Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern)
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Infos zu vergangenen Rauschdichten-Veranstaltungen.

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Datum: 25. Januar 2016
Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern)
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Infos zu vergangenen Rauschdichten-Veranstaltungen.

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Datum: 30. November 2015
Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern)
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Infos zu vergangenen Rauschdichten-Veranstaltungen.

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Datum: 26. Oktober 2015
Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern)
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Infos zu vergangenen Rauschdichten-Veranstaltungen.

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Datum: 28. September 2015
Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern)
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Infos zu vergangenen Rauschdichten-Veranstaltungen.

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Liebe Rauschdichtenfreunde!

Erstmal die blutten Infos:

Datum: 29. Juni 2015
Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern) www.musigbistrot.ch
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Special Guest: Katinka Buddenkotte aus Köln! Einer der lustigsten Menschen der Welt.

Am kommenden Montag, 29. Juni steht das letzte Rauschdichten der Saison vor der Tür, dieses Mal wieder mit den drei Rauschdichtern Christoph Simon, Sam Hofacher und mir, Renato Kaiser. Dieses eidgenössische Hodendreieck mit teutonischer Weiblichkeit aufbrechen wird:

Katinka Buddenkotte!

Was habe ich dieser Frau nicht alles zu verdanken! Zum Beispiel den ersten Tinnitus meines Lebens. Vor langer langer Zeit, als Poetry Slam noch schmutzig war und ich noch Haare hatte, zu einer Zeit also, zu der Katinka Buddenkotte noch häufiger an Poetry Slams teilgenommen hat – nicht etwa weil sie eine besondere Vorliebe für meine Haare hatte, wobei ich mir von ihr jederzeit und mit dem grössten Vergnügen neckische Zöpfe oder auch Cornrows, die richtig coolen Kids erinnern sich noch, hätte flechten lassen – nein, sondern weil sie wunderbar zum untergrundigen, schmutzigen Poetry Slam gepasst hatte. Damit will ich weder sagen, dass Katinka Buddenkotte Dreck ist oder ungepflegt, keineswegs. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie sich regelmässig wäscht, aber darum geht es nicht. Es geht um das Eckige, das Kantige, das Ungeschliffene, “mee Dräck”, wie es der übergeschnappte Chris von Rohr einmal in einer unsäglichen und zum Glück bereits vergessenen Schweizer Castingshow aus schiefem Mund gespeit hatte. Welchen Dreck der jedoch damit genau meinte, bleibt bis heute schleierhaft, nicht zuletzt, weil er mittlerweile der Meinung ist, ein Rock’n’Roller mit Dreck sei eben einer, der auch mal  eine unbequeme Meinung vertrete, auch wenn es sich dabei um erzkonservativen Weltwochen-Humbug handelt. Und darum polemisiert er auch bei jeder Gelegenheit herum, als wäre er der Göttibueb von Christoph Blocher, den der sich immer gewünscht hatte, und das am liebsten ungefragt.

Katinka Buddenkotte ist das genaue Gegenteil davon, nämlich: gefragt! Ha! Sie hat nämlich nicht nur unzählige Bücher verfasst mit herzallerliebsten Titeln wie „Ich hatte sie alle“, „Nicht lecker, aber Weltrekord“, „Mit leerer Bluse spricht man nicht“ und ganz neu „Fortpflanzung nach Tagesform“, sondern hat zudem mit Jürgen von der Lippe einen prominenten Fan und Fürsprecher. Denn bis vor einigen Jahren war es nur einem kleinen ausgewählten Kreis vorbehalten, zu wissen, dass Katinka Buddenkotte einer der lustigsten Menschen der Welt ist. Aber kaum hat Jürgen von der Lippe ihr Buch in die Kamera gehalten, draufgezeigt und gesagt: “Kaufen Sie das”, haben die Menschen die Buchläden eingerannt, sich dumm und dämlich gekauft und Katinka Buddenkotte ist seit damals reich und muss nie mehr arbeiten.
Das ist natürlich Quatsch.
Katinka Buddenkotte hat noch nie wirklich gearbeitet.
Aber jetzt kriegt sie Geld dafür. Ha!
Nein, das ist auch Quatsch. Nicht Quatsch ist aber, dass Katinka Buddenkotte immer schon so geschrieben hat, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Und ob dieser Wuchs nun Jürgen von der Lippe gefällt oder mir oder wem auch immer ist eigentlich egal. Katinka Buddenkotte macht, worauf sie Lust hat, nämlich ganz einfach tolle Texte schreiben, und damit ist sie gut gefahren.

Zum Beispiel nach Bern. Also am Montag. Wird sie gefahren sein, Futur 2, katsching! Denn offensichtlich hat sie Lust zum Rauschdichten zu kommen und das freut mich sehr! Auch, weil ich ihr so viel zu verdanken habe! Zum Beispiel eben den ersten Tinnitus meines Lebens. Also eigentlich nur das. Dafür war es ein besonders schöner. Vor langer Zeit, nach einem Auftritt in Köln, lud sie mich in einen uralten Punkschuppen namens Sonic Ballroom ein, um noch ein wenig zu feiern. “Ein wenig feiern” hiess dann ganz viel Bier trinken (und Schnäpse, an deren Namen ich mich bereits zwischen dem ersten und den zweiten nicht mehr erinnern konnte), zur Musik einer ungarischen Punk-Band namens Aurora, bestehend aus kleinen, breiten, vom Leben zusammengestauchten Altpunks (“guck mal, wie modern! Die sind 16:9!”) Pogo tanzen, schwitzen, dann völlig fertig aus dem Laden taumeln und rein gar nichts mehr hören können. Das war aber nicht so schlimm, weil zu dem Zeitpunkt auch keiner mehr richtig sehen, geschweige denn sprechen konnte.
Am nächsten Morgen, als mich die monotonste Pfeife unter dem Morgengezwitscher weckte, sozusagen der Indie-Rock-Bass-Spieler unter den Vögeln, eben der Tinnitus, fühlte ich mich selig und elend zugleich, oder um es mit einem Zitat aus Buddenkottes Buch “Betreutes Trinken” zu sagen: “‘Hasch mich, ich bin der Frühling’, kann ich noch denken, bevor ich vor der Kloschüssel in die Knie gehe”.

So, genug Dreck jetzt, die Zeiten sind längst vorbei, ich trinke nicht mehr, Haare habe ich auch keine mehr – ich frage mich gerade, ob das in einem direkten Zusammenhang steht, wahrscheinlich schon – und wir sind hier nicht im versifften Sonic Ballroom sondern eben im gemütlichen Musigbistrot in Bern. Mal schauen, wie viel Dreck Katinka Buddenkotte in unser trautes Heim bringen wird. Vielleicht beschenkt Sie Sam Hofacher mit einem Tinnitus, vielleicht bringt sie Christoph Simon dazu, zu Punkrock auf den Tischen zu tanzen und vielleicht knöpft sie mir Cornrows in die Beinhaare, wir wissen es nicht! Auf jeden Fall wird Sie uns beglücken mit scharfzüngigen Beobachtungen, überraschenden Pointen und mitreissender Erzähllust, mit viel Hirn, mit viel Herz und wahrscheinlich auch mit ein klein wenig Dreck.

Wir freuen uns sehr, die grosse und grossartige Katinka Buddenkotte als Gast beim Rauschdichten begrüssen zu dürfen und legen Euch sehr ans Herz, vorbeizuschauen, am 29. Juni 20:00 im Musigbistot Bern.

Es grüsste Euch
Renato Kaiser
Im Namen der Rauschdichter

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