— Renato Kaiser

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Tag "Rauschdichten"

Liebe Rauschdichtenfreunde,

Hier erstmal die blutten Infos:

Datum: 25. Mai 2015

Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern), www.musigbistrot.ch

Beginn: 20:00

Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Special Guest: Matze B aus Konstanz! Poetry Slam Ikone und Spoken Word Held der ersten Stunde.

Am Montag, 25. Mai steht das nächste Rauschdichten vor der Tür. Dieses Mal mit den beiden Rauschdichtern: Sam Hofacher und Christoph Simon und ohne mich, Renato Kaiser. Meine  Abwesenheit, aber auch die Anwesenheit der anderen beiden vergessen machen wird unser grossartiger Special Guest:

Matze B. aus Konstanz!

Aber bevor wir zu ihm kommen, erstmal noch zum Zweitwichtigsten: Ja, ich, Renato Kaiser, werde an diesem Rauschdichten nicht dabei sein. Aber bitte, bleiben Sie ruhig, rasten Sie nicht aus, nehmen Sie das Messer aus der Hand, hören Sie auf, diesen unschuldigen Mann abzulecken, legen Sie das Kaninchenbaby wieder hin und was auch immer Sie damit vorhatten, tun Sie es nicht! Sie müssen jetzt stark sein. Denn es geht noch weiter, halten Sie sich fest (nein, nicht an der Kehle dieses Pudelwelpen, was ist los mit Ihnen?). Nicht nur bin ich nicht da, nein. Christoph Simon und Sam Hofacher SIND da. Ja, ich sehe es in Ihren aufgerissenen Augen, Mündern und Zyankalikapseln: es ist schrecklich. Ich weiss nicht, was von alledem mir mehr leid tun würde, wenn, tja jahaaa, wenn da nicht unser Special Guest des Abends all das wieder wettmachen würde.

Matze B. steht für all das, was Poetry Slam zu dem wohl erfolgreichsten Literaturformat der jüngeren Vergangenheit gemacht hat und ist dabei in seiner Bühnenperformance unnachahmbar und unerreicht. Anarchistischer Humor und unaufgeregte Philosophie trifft auf geschliffene Sprache, trifft auf raffiniertes Storytelling, trifft auf mehrsilbige Reimkaskaden, auf die Bühne geschmissen mit Geschrei und Gebrüll, aber auch mit flüsternder Stimme und schelmisch wissendem Blick. Das alles zusammen ergibt eine explosive Mischung mit dem Besten aus Beat, Punk und Hip Hop.

Mit alledem war er stilbildend und prägend für ganze Poetry Slam Generationen. Als Matze B. in den Undergroundkellern der Nation den Schweiss von den Decken hat tropfen lassen, waren die Slamstars von heute noch feucht hinter den Ohren, hatten kein Internet, keine Homepage, keine youtube-clicks und kein “gefällt mir”, und wenn, dann nur von Mama und das auch nur, wenn Mama Matze B. noch nicht kannte.

Oder anders gesagt: Noch zehn Jahre bevor Julia Engelmann fünf Minuten lang “Yolo” sagen konnte, hatte sich Matze B. bereits literarisch “Carpe Diem” über den Steiss tättowiert.

Es freut die Rauschdichter sehr, Matze B. am 25. Mai im Musigbistrot Bern als Gast begrüssen zu dürfen!

Es grüsst Euch

Renato Kaiser

im Namen der Rauschdichter

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Dä Raffi isch immer chli än Schpezielle gsi…

Bei unserer Lesebühne Rauschdichten im Musigbistrot Bern lassen wir uns vom Publikum vor der Pause jeweils fünf Begriffe zurufen. Einer der Auftretenden wird daraufhin ausgelost und muss einen Text schreiben, in dem diese Begriffe vorkommen. Dafür hat er bis zum Ende der Veranstaltung Zeit und eine Flasche Rotwein zur Verfügung, wenn er denn will. Beim letzten Mal hat es mich erwischt. Weil derjenige im Publikum, der den Begriff “Egoi” genannt hat, Raffi heisst, habe ich ihm den Text gewidmet.
Was insgesamt in den 40 Minuten Schreibzeit rausgekommen ist, seht Ihr hier:

 

Rauschdichtenbegriffe

Wie Ihr seht, hält es Protokollant Christoph Simon bei der Niederschrift jeweils sehr liberal mit Gross-, Klein-, und Rechtschreibung, um dem Rauschdichter des Abends die grösstmögliche Freiheit und Entscheidungsgewalt über die zu behandelnden Begriffe zu überlassen.

 

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Liebe Rauschdichtenfreunde!

Hier erstmal die blutten Infos:

Datum: 27. April 2015
Ort: MusigbistrotMühlemattstrasse 48, 3007 Bern
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten 10 CHF
Special Guest:
Tino Bomelino aus Stuttgart! Der derzeit ausgefallenste, auffälligste und manchmal auch ausfälligste Protagonist der deutschsprachigen Poetry Slam- und Liedermacherszene. Überraschende Komik, perfektes Timing und absurde Ideen, gepaart mit grossem schreiberischen und musikalischen Talent.

Am Montag, 27. April steht das nächste Rauschdichten vor der Tür, wie gewohnt mit den drei Rauschdichtern Christoph Simon, Sam Hofacher und mir, Renato Kaiser. Diesen dreifachen namentlich spiessigen Mangel an sympathisch-kindlicher inolinodondolino-Endung mit der Zwergenbommelmütze unter den Künstlernamen ausgleichen wird unser fantastischer Special Guest:

Tino Bomelino aus Stuttgart!

Ein Gast, über dessen Kommen ich mich nur schon wegen seines Namens freue: Tino Bomelino. Denn schon seit längerem nutze ich jede mögliche und unmögliche Gelegenheit, ein –lino an irgendwelche Wörter zu hängen. Aber verurteilen Sie mich nicht! Jeder hat seine Zwänge! Die einen vermeiden es, auf Steinplattenböden die Fugen zu betreten, die anderen zählen Strassenlaternen, wieder andere benutzen auf whatsapp immer ein weinendes Smiley, anstatt zu sagen, dass es ihnen schlecht geht und ganz hoffnungslose Fälle meinen, unter 20-Minuten-Online-Artikeln Kommentare abgeben zu müssen, obwohl sie nämlich eigentlich gar nicht wirklich müssen!

Wie ich zu meinem Zwang gekommen bin? Nun: Paradoxerweise mit einer Abkehr vom Kindlichen. Ich habe mich vor einiger Zeit darüber aufgeregt, dass junge Menschen oft ein „-i“ anhängen. „Brudi“ zum Beispiel oder „tschuldi“. Das fand ich völlig daneben. Wenn ich jemanden meinen Bruder nennen und damit auf unsere starke, mächtige, ein bisschen homoerotische, aber vor allem obermännliche freundschaftliche Bande hinweisen will, dann sag ich nicht Brudi! Sondern Bruder! Oder höchstens… Brudo. Ja: Brudo! „O-Endung it shall be“ sagte ich mir und bekämpfte von da an jede neumodische i-Endung mit einem donnernden „o“! Brudi? Brudo! Sichi? Sichooo! Tschuldi? Tschuldoooo! Je länger ich das machte, musste ich aber zugeben, dass die o-Endung sogar noch ein klein wenig beschränkter klang. Aber: Zur „i-Endung“ zurückkrebsen und damit gegenüber unzähligen verpickelten Hipsterteenagern meine Niederlage eingestehen? Niemals! Und zur ursprünglichen korrekten Sprache zurückkehren konnte ich ebenfalls nicht, hatte ich doch schon am süssen Nektar der trendsetzenden Sprachverstümmelung genuckelt. Ich konnte nicht mehr zurück. Also setzte ich mich mit meinen Rauschdichtos zusammen, wir schlossen uns monatelang ein um daran zu arbeiten und kamen schlussendlich auf die perfekte Endung, eben: „-lino“. Die kindlich-kitzelnde Behaglichkeit des „-i“ wird dabei zwar genutzt, aber nur als Startrampe um über die neutral-geschmeidige „n“-Brücke rasch zum warmen, kehligen „o“ zu gelangen, was schlussendlich jedes Wort zu einer infantil-männlich-geschmeidigen Sensation aus Inhalt und Laut macht. Brudolino. Sicholino. Tschuldolino. Ich sage es noch einmal. Tschul. Do. Lino.

Wunderschön.

Und wunderschön ist es deswegen, dass unser diesmaliger Special Guest Tino Bomelino heisst. Im Vornamen zeigt er bereits, dass er ein Brudo im Geiste ist. Tino. Nicht Tini, wie ihn die dummen Kinder in der Schule früher immer genannt hatten, nein. Tino. Aber er ahnte da bereits: Eine o-Endung reicht vielleicht, um sich auf dem Schulhof einen Namen zu machen. Aber für den internationalen Durchbruch musste mehr her. Auch er erkannte die Macht des „-lino“, nannte sich darum Tino Bomelino und zack: schon ist er in der Schweiz!

Aber natürlolino haben wir ihn nicht nur wegen des Namolinos eingeladen. Neinolino. Tino Bomelino ist eine der grössten Neuentdeckolinos auf deutschsprachigen Bühnolinos. Ausgerüstet mit Instrumentolinos, einem Loopgerätolino und natürlich seinen Textolinos glänzt er mit kompromisslosem Humorolino, mit ausgefallenen Ideeolinos, mit perfekt getimeten Pointeolinos und seinem in vielerlei Hinsicht ungewöhnlichen Charmeolino.

Tino Bomelino nimmt in seiner Spielwutolino keine Rücksicht auf Verlustolinos, sei es in der Musikolino, im Humorolino oder in seinem Schaffolino ganz allgemein. Und das macht ihn zu einem der ungewöhnlichsten, innovativsten und herausragendsten Geistolinos der deutschsprachigen Bühnenszenolino.
Die Rauschdichtolinos freuen sich über sein Kommolino und auf Euch! Kommt vorbei, am 27. April, 20 Uhr im Musigbistrot Bern.

Ach ja, übrigens. Christoph Simon hat seinen Schweizer Meister Titel im Poetry Slam verteidigt. Nur so nebenbei. Wer also den alten und neuen Schweizer Meistolino sehen will, soll auch kommen. Er kaut auch Autogramme in Schulterblätter, wenn man ihn nett fragt.

Es grüsst Euch
Renato Kaiser
Im Namen der Rauschdichtolinos

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Datum: 27. April 2015
Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern)
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Special Guest:
Tino Bomelino aus Stuttgart!
 Der derzeit ausgefallenste, auffälligste und manchmal auch ausfälligste Protagonist der deutschsprachigen Poetry Slam und Liedermacherszene. Überraschende Komik, perfektes Timing und absurde Ideen, gepaart mit grossem schreiberischen und musikalischen Talent.

Meine ausführliche Ankündigung findet ihr hier.

TinoBomelino

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Liebe Rauschdichtenfreunde!

Hier erstmal die blutten Infos:

Datum: 30. März 2015
Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern)
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Special Guest: Ahne aus Berlin! Einer der bedeutendsten und beliebtesten Autoren der Berliner Lesebühnenszene, man munkelt sogar, er sei deren König. Wer ihn hört oder liest, kommt nicht umhin zu merken: das ist ein Grosser. Das weiss auch unser aller Schöpfer, spätestens seit Ahnes Klassiker „Zwiegespräche mit Gott”. Kluger Humor trifft auf unaufgeregte Lebensweisheiten und grossstädtische Gelassenheit.

Am kommenden Montag, 30. März steht das nächste Rauschdichten vor der Tür, wie gewohnt mit den drei Rauschdichtern Christoph Simon, Sam Hofacher und mir, Renato Kaiser. Diese dreifaltige Trivialität weltlicher Monotonie mit übersinnlicher Korrespondenz segnen wird unser Special Guest:

Ahne aus Berlin!

Es ist ja nicht so, dass wir es nicht versucht hätten. Kontakt aufzubauen. Uns anzunähern. Den ersten Schritt zu machen. Aber auf uns hat Gott nie reagiert. Und wir haben wirklich alle Hebel in Bewegung gesetzt, all unsere Stärken in die Waagschale geworfen. Auch ich bin mit gutem Beispiel vorangegangen. Gut, ich bin jetzt nicht in die Kirche gegangen, das nicht, aber ich habe gehört, dass er da auch gar nicht mehr lebt. Zu hoch, zu weit, kein Feng Shui, dafür übertriebene Heizkosten. Und ja, zu Hause gebetet habe ich auch schon lange nicht mehr. Aber das ist ja auch frustrierend, weil es da keine Häkchen oder ähnliche Zeichen gibt, die zeigen, dass er die Nachricht erhalten und gelesen hat. Und klar, Gott ist ja auch auf Facebook, aber dort müsste ich ihn zuerst liken und das will ich nicht tun, bevor ich ihn richtig kennengelernt habe. Aber: Ich habe Gott von Anfang an in den Newsletter vom Rauschdichten getan. Der Ball liegt also klar bei ihm. Des weiteren haben wir einmal Christoph Simon losgeschickt, der hat es aber nur bis knapp über die Strasse geschafft und ist bei Scientology gelandet. Nach mehreren Wochen Funkstille ist er zurückgekommen, seine Texte waren auf einmal unterhaltsam und lustig, er hat sie auswendig vorgetragen und ab und zu sogar Zuschauern direkt in die Augen geschaut. Klarer Fall von Gehirnwäsche, Christoph war raus. Dann fragte ich Sam, ob er was machen könnte, da er sich ja als babylonischer Turm unter den Menschen fast auf Augenhöhe mit Gott befinde. Er fühlte sich dabei aber wieder einmal auf seinen Körper reduziert und weigerte sich. Vielleicht wollte Sam Hofacher aber auch, als überzeugter Geisteswissenschaftler, einfach nicht aufstehen.

Aus all diesen Gründen haben wir den letzten Strohhalm ergriffen und den Mann eingeladen, der direkten Kontakt zu unserem Schöpfer pflegt, nämlich Ahne aus Berlin. Im Gegensatz zu mehr oder weniger bekannten Sprachrohren in die übersinnliche Welt, die in Fasnachtskleidern Jahr für Jahr Weltuntergänge prophezeien oder per Fernsehkartenspiel verlassene Seelen in den finanziellen Ruin treiben, scheint Ahne jedoch ein eher unaufgeregter Zeitgenosse zu sein. Wer sich seine Homepage anschaut, erfährt: “Ahne ist ein Mensch. Er ist da, weil er geboren wurde und noch nicht gestorben ist.“ Und weil er nunmal da ist, schreibt er wunderbare Bücher, seien es die „Zwiegespräche mit Gott“, in denen er in breitester Berliner Schnauze mit Gott über Themen wie Feierabend, Musik, den Mauerfall, Unendlichkeit und das gerollte R diskutiert, oder weitere Bücher schreibt, mit klangvollen Titeln wie „Am besten was Neues“, „Gedichte, die ich mal aufgeschrieben habe“ und „Wieder kein Roman“. Kluger Humor trifft auf unaufgeregte Lebensweisheiten und grossstädtische Gelassenheit, sowohl in seinen Büchern als auch in seiner Biographie: „Ahne hasst Menschen, die überall mitmachen und er liebt Musik, die man nicht ständig hört“. Wäre ich Gott, ich würde auch gerne mit Ahne reden.

Da Gottwerden aber total anstrengend ist, haben sich die Rauschdichter gedacht, laden sie sich Ahne einfach zu ihrer Lesebühne ein, dann können sie auch mit ihm reden. Und vor allem: ihm zuhören! Die Rauschdichter empfehlen Euch sehr, es ihnen gleich zu tun, darum kommt vorbei, am Montag, 30. März im Musigbistrot Bern!

Es grüsst Euch
Renato Kaiser
Im Namen der Rauschdichter
und wahrscheinlich auch von Gott.

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Datum: 30. März 2015
Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern)
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Infos zu vergangenen Rauschdichten-Veranstaltungen.

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Datum: 30. März 2015
Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern)
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Infos zu vergangenen Rauschdichten-Veranstaltungen.

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Datum: 30. März 2015
Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern)
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Special Guest: Ahne aus Berlin! Einer der bedeutendsten und beliebtesten Autoren der Berliner Lesebühnenszene, man munkelt sogar, er sei deren König. Wer ihn hört oder liest, kommt nicht umhin zu merken: das ist ein Grosser. So auch unser aller Schöpfer, spätestens seit Ahnes Klassiker „Zwiegespräche mit Gott”. Kluger Humor trifft auf unaufgeregte Lebensweisheiten und grossstädtische Gelassenheit.

Am Montag, 30. März steht das nächste Rauschdichten vor der Tür, wie gewohnt mit den drei Rauschdichtern Christoph Simon, Sam Hofacher und mir, Renato Kaiser. Diese dreifaltige Trivialität weltlicher Monotonie mit übersinnlicher Korrespondenz segnen wird unser Special Guest:

Ahne aus Berlin!

ahne_09_c_tim_jockel_02Web(Fotograf Tim Jockel, copyright Voland & Quist)

Es ist ja nicht so, dass wir es nicht versucht hätten. Kontakt aufzubauen. Uns anzunähern. Den ersten Schritt zu machen. Aber auf uns hat Gott nie reagiert. Und wir haben wirklich alle Hebel in Bewegung gesetzt, all unsere Stärken in die Waagschale geworfen. Auch ich bin mit gutem Beispiel vorangegangen. Gut, ich bin jetzt nicht in die Kirche gegangen, das nicht, aber ich habe gehört, dass er da auch gar nicht mehr lebt. Zu hoch, zu weit, kein Feng Shui, dafür übertriebene Heizkosten. Und ja, zu Hause gebetet habe ich auch schon lange nicht mehr. Aber das ist ja auch frustrierend, weil es da keine Häkchen oder ähnliche Zeichen gibt, die zeigen, dass er die Nachricht erhalten und gelesen hat. Und klar, Gott ist ja auch auf Facebook, aber dort müsste ich ihn zuerst liken und das will ich nicht tun, bevor ich ihn richtig kennengelernt habe. Aber: Ich habe Gott von Anfang an in den Newsletter vom Rauschdichten getan. Der Ball liegt also klar bei ihm. Des weiteren haben wir einmal Christoph Simon losgeschickt, der hat es aber nur bis knapp über die Strasse geschafft und ist bei Scientology gelandet. Nach mehreren Wochen Funkstille ist er zurückgekommen, seine Texte waren auf einmal unterhaltsam und lustig, er hat sie auswendig vorgetragen und ab und zu sogar Zuschauern direkt in die Augen geschaut. Klarer Fall von Gehirnwäsche, Christoph war raus. Dann fragte ich Sam, ob er was machen könnte, da er sich ja als babylonischer Turm unter den Menschen fast auf Augenhöhe mit Gott befinde. Er fühlte sich dabei aber wieder einmal auf seinen Körper reduziert und weigerte sich. Vielleicht wollte Sam Hofacher aber auch, als überzeugter Geisteswissenschaftler, einfach nicht aufstehen.

Aus all diesen Gründen haben wir den letzten Strohhalm ergriffen und den Mann eingeladen, der direkten Kontakt zu unserem Schöpfer pflegt, nämlich Ahne aus Berlin. Im Gegensatz zu mehr oder weniger bekannten Sprachrohren in die übersinnliche Welt, die in Fasnachtskleidern Jahr für Jahr Weltuntergänge prophezeien oder per Fernsehkartenspiel verlassene Seelen in den finanziellen Ruin treiben, scheint Ahne jedoch ein eher unaufgeregter Zeitgenosse zu sein. Wer sich seine Homepage anschaut, erfährt: “Ahne ist ein Mensch. Er ist da, weil er geboren wurde und noch nicht gestorben ist.“ Und weil er nunmal da ist, schreibt er wunderbare Bücher, seien es die „Zwiegespräche mit Gott“, in denen er in breitester Berliner Schnauze mit Gott über Themen wie Feierabend, Musik, den Mauerfall, Unendlichkeit und das gerollte R diskutiert, oder weitere Bücher schreibt, mit klangvollen Titeln wie „Am besten was Neues“, „Gedichte, die ich mal aufgeschrieben habe“ und „Wieder kein Roman“. Kluger Humor trifft auf unaufgeregte Lebensweisheiten und grossstädtische Gelassenheit, sowohl in seinen Büchern als auch in seiner Biographie: „Ahne hasst Menschen, die überall mitmachen und er liebt Musik, die man nicht ständig hört“. Wäre ich Gott, ich würde auch gerne mit Ahne reden.

Da Gottwerden aber total anstrengend ist, haben sich die Rauschdichter gedacht, laden sie sich Ahne einfach zu ihrer Lesebühne ein, dann können sie auch mit ihm reden. Und vor allem: ihm zuhören! Die Rauschdichter empfehlen Euch sehr, es ihnen gleich zu tun, darum kommt vorbei, am Montag, 30. März im Musigbistrot Bern!

Es grüsst Euch
Renato Kaiser
Im Namen der Rauschdichter
und wahrscheinlich auch von Gott.

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Liebe Rauschdichtenfreunde!

Hier erstmal die blutten Infos:

Datum: 23. Februar 2015
Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern)
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Special Guest: Julius Fischer! Einer der lustigsten und brillantesten Köpfe auf deutschsprachigen Bühnen. Julius Fischer ist ein Paradebeispiel dafür, was für literarische Bühnenbomben aus der Poetry Slam Szene entstehen können. Der Lessing-Preis-Träger liest Texte, er dreht Filmchen, er singt Lieder und das alles auf allerhöchstem Niveau. Deswegen ist er schon lange angekommen, und zwar: im Literaturbetrieb, im Fernsehen, auf den wichtigsten Bühnen Deutschlands und – jetzt endlich auch – bei der Lesebühne Rauschdichten.

Am Montag, 23. Februar um 20:00 steht das nächste Rauschdichten vor der Tür. Wie gewohnt mit den drei Rauschdichtern: Sam Hofacher, Christoph Simon, und mir, Renato Kaiser. Diese finstere Dreifaltigkeit aus inexistentem bis traurigbraunem Haarschopf mit einem blonden Hauch heiligseidigen Engelshaars gleichzeitig beschämen und beglücken wird unser fantastischer Special Guest:

Julius Fischer aus Leipzig!

Dieser Mann ist Teil eines Poetry Slam Teams. Und dabei waren sein Partner André Herrmann und er nicht nur selbstbewusst und brachial genug, sich das „Team Totale Zerstörung zu nennen, nein. Sie waren auch so unbarmherzig und gnadenlos, diese Prophezeiung in die Tat umzusetzen. Sie haben heftig zerstört. Und das sogar zweimal. Julius Fischer darf sich deshalb zweimaliger Deutschsprachiger Poetry Slam Team Champion nennen. Das ist ziemlich geil.

Und:
Dieser Mann ist Teil einer Band. Ach was sage ich „einer Band“. Er ist Teil DER Band. „The Fuck Hornisschen Orchestra heisst sie. Zusammen mit seinem kongenialen Partner Christian Meyer hat er damit die deutschsprachigen Kleinkunstbühnen im Sturm erobert, dank Songs mit Titeln wie „Bahndammbrandmann“, „Wir weinen am liebsten im Sitzen oder „Hoffnung 3000“ und der besten DJ-BoBo-Parodie der Welt („Hope“). Das blieb auch vom Fernsehen nicht unbemerkt: „The Fuck Hornisschen Orchestra moderiert seit 2014 die MDR-Sendung „Comedy mit Karsten“. Julius Fischer ist also nicht nur im Fernsehen, sondern dazu auch noch Sänger, Gitarrist und Pianist in einer Band, die „Fuck“ im Namen trägt. Das ist auch geil.

Und:
Dieser Mann ist Teil eines Gerichtsstreits. Sein Buch „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure hatte letztes Jahr eine Klage des „Wanderhuren-Verlags“ Droemer Knaur am Hals, und zwar mit folgendem Argument: Leser könnten beim Anblick von Julius Fischers Buch glauben, einen echten Band der Reihe „Die Wanderhure“ von Iny Lorentz vor sich zu haben. Langer Rede kurzer Sinn: Droemer Knaur haben verloren, Julius Fischer hat gewonnen, Dummheit null, Satire eins. Sehr geil.

Aber:
Julius Fischer ist nicht nur einfach Teil von Dingen. Julius Fischer ist ein Teil! So ein richtiges Teil! Also so ein richtiges Teil! Ein Schwergewicht! Er wiegt schwer! Also: er wiegt schwer in der Poetry Slam- und Kabarettszene. Also er wiegt nicht körperlich schwer, sondern geistig. Im geistigen Sinne dafür aber sehr körperlich, also nicht korpulent, sondern körperlich im Sinne von Muskelpaket. Ein literarisch kabarettistischer Muskelprotz, so. Mit Muskeln im Kopf zum so brillant Denken und Muskeln im Hals zum so zauberhaft Singen und Muskeln im Arm zum so schön Gitarre- und Klavierspielen und Muskeln im Auge zum so scharf Beobachten und Muskeln im Ohr zum so genau Zuhören und Intonieren und Muskeln im Herz zum so feinfühlig poetisch wahr Sein und Muskeln in den Augenlidern zum Zwinkern und Muskeln in den Händen zum Winken und Muskeln im Nacken um sich das heiligseidige Muskelhaar aus dem muskulösen Gesicht zu werfen und Muskeln in den Waden und Muskeln in den Lippen und Muskeln in den – ich schweife ab.

Kurz gesagt:
Julius Fischer gehört zu den derzeit brillantesten Köpfen auf deutschsprachigen Bühnen. Ja, der Satz wiegt schwer, aber er ist wahr. Wie Julius Fischer selbst.

Julius Fischer ist Teil von vielem, aber vor allem ist er ein Teil für sich. Ein Teil für uns. Ein Teil für die Welt! Und vor allem, am 23. Februar, an diesem Abend, ein Teil der Lesebühne Rauschdichten. Wir freuen uns sehr, kommt vorbei. 20:00 im Musigbistrot Bern.

Es grüsst Euch
Renato Kaiser
Im Namen der Rauschdichter

 

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Datum: 23. Februar 2015
Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern)
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Weitere Infos hier:

(Foto Copyright Voland & Quist)

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