— Renato Kaiser

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Tag "Rauschdichten"

Stammdichter: Christoph Simon, Sam Hofacher und Renato Kaiser

Datum: 27. Oktober 2014

OrtMusigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern)

Beginn: 20:00

Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Special Guest: Kilian Ziegler aus Olten! Der unbestrittene Wortspielkönig der Schweiz und die Entdeckung der Schweizer Kleinkunstbörse 2014 in Thun. Sprachspielerei und absurde Komik auf höchstem Niveau!

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Stammdichter: Christoph Simon, Sam Hofacher und Renato Kaiser

Datum: 27. Oktober 2014

OrtMusigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern)

Beginn: 20:00

Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Special Guest: Andivalent aus München! Die Poetry Slam Entdeckung dieses Jahres. Auf entspannte Art philosophisch, auf kompromisslose Art analytisch und auf intelligente Art humorvoll.

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Siehe hier!

Harry Baker

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Liebe Rauschdichtenfreunde!

Die Sommerpause ist vorbei!

Hier erstmal die blutten Infos:

Datum: 29. September 2014

Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern)

Beginn: 20:00

Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Special Guest: Harry Baker aus Grossbritannien! Poetry Slam Weltmeister von 2012 mit feinstem Spoken Word und überwältigender Performance Poetry, mit Witz, mit Sinn und Intelligenz. Sein Englisch ist aufregend virtuos und irgendwie trotzdem verständlich, sein Deutsch erstaunlich gut und irgendwie trotzdem süss. Sweet!

Am kommenden Montag, 29. September steht das nächste Rauschdichten vor der Tür. Dieses Mal nur mit den Rauschdichtern Sam Hofacher und mir, Renato Kaiser, und ohne den neu gekürten Poetry Slam Schweizer Meister Christoph Simon. Diesen bescheidenen Verlust mehr als wettmachen wird einer der begnadetsten, talentiertesten und fleissigsten Slam Poeten dieses Planeten. Denn wer braucht schon den Schweizer Meister, wenn er einen Weltmeister hat! Und zwar:

Harry Baker aus Bristol UK!

Harry Baker

Warum Christoph Simon dieses Mal beim Rauschdichten nicht dabei ist? Man weiss es nicht! Die einen sagen, dass er nach dem Gewinn der Schweizer Poetry Slam Meisterschaft so heftig gefeiert hätte, dass er heute noch mit einer Alka-Seltzer-Infusion im Sauerstoffzelt liege. Denn das greise Alter eines Christoph Simon hat bestimmt einige Vorteile (unter anderem diesen viel glaubwürdigeren, weil eben echten Lebensüberdruss und Weltschmerz im Vergleich mit seinen jüngeren Slam-Kollegen): Die Fähigkeit mit viel Schnaps, wenig Schlaf und einem heftigen Kater umzugehen gehört aber definitiv nicht dazu. Die anderen sagen, dass er wegen des Titels abgehoben sei, das enge Musigbistrot mit seinem kleinen Publikum als unwürdig empfinde und sich zu Grösserem bestimmt fühle. Man munkelt, dass er mit einem Auftritt bei von “Wetten, dass…?“ liebäugelt, um diese seine Lieblingssendung doch noch zu retten und als neuer Moderator zurück in goldene Zeiten zu führen. Wieder andere sagen, dass er meine Idee, einen Poetry Slam Weltmeister einzuladen, als zwar neidischen, schäbigen aber nichtsdestoweniger wirkungsvollen Versuch erachte, seinen Schweizer Meistertitel blass aussehen zu lassen. Was soll ich sagen.Alle drei Antworten sind höchstwahrscheinlich wahr. Und alle drei Antworten sind höchstwahrscheinlich von mir.

Aber noch viel wahrscheinlicher ist, dass all dies nicht so wichtig ist wie unser grossartiger Special Guest des Abends: Harry Baker! Seit seinem hier immer noch nicht oft genug erwähnten Poetry Slam Weltmeistertitel 2012 wurde der charmante Dichter von der britischen Insel regelmässig aufs europäische Festland eingeladen, unter anderem auch als Featured Artist an den Deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften 2012 in Heidelberg/Mannheim, wo sich die breite deutschsprachige Slam-Masse erstmals von seinem überragenden Talent überzeugen durfte. Danach trafen die Einladungen offensichtlich dermassen zahlreich bei ihm ein, dass er beschloss zum Studieren nach Hannover zu ziehen. Wie bei vielen anderen Studenten auch, war dieses Studium aber nur ein Vorwand, in seinem speziellen Falle dazu, Deutschlands Herzen, Hirne und Bühnen im Sturm zu erobern. Aber nicht nur jene unseres nördlichen Nachbarn, glücklicherweise! Auf seiner Tour über unter anderem München und Wien schaut der smarte Engländer auch in der Schweiz vorbei, zur grossen Freude der Rauschdichter (zumindest der anwesenden) auch in Bern!

Wobei man auch sagen muss, dass sich dieser Anlass nahtlos in den Palmares von Harry Baker einfügt:

2010 London Slam Champion

2011 UK Slam Champion und European Slam Champion

2012 World Slam Champion

2014 Auftritt beim Rauschdichten im Musigbistrot Bern!

Nur: was hat er 2013 gemacht? Abgesehen davon, dass er sich auf den nächsten wichtigen Schritt in seiner Karriere, den heutigen Abend, vorbereitet hat, war unter anderem war er bei den Kollegen von TEDx, wie hier zu sehen:

Und beim Norddeutschen Rundfunk, wo er sich unter anderem gefragt hat: „Wie viel Falafel ist zu viel Falafel?“

Wer weiss, wann der gute Mann wieder in die Schweiz kommt! Darum: Kommt vorbei! Nächsten Montag, 29. September, 20:00 im Musigbistrot Bern. Wer Harry Baker nicht gesehen hat, hat definitiv was verpasst. Wir freuen uns, mit diesem Hochkaräter die neue Rauschdichten-Saison zu eröffnen!

Es grüsst Euch

Renato Kaiser

im Namen der Rauschdichter

ps: Lieber Christoph, wir, die Rauschdichter, gratulieren Dir ganz herzlich zum Schweizer Meistertitel im Poetry Slam. Damit hast Du Dich übrigens für die Weltmeisterschaften qualifiziert. Aber wir wollen Dich nicht unter Druck setzen…

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Liebe Rauschdichtenfreunde!

Hier erstmal die blutten Infos:

Datum: 30. Juni 2014

Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern), www.musigbistrot.ch

Beginn: 20:00

Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Special Guest: Lea Streisand aus Berlin! – Die derzeitige Grand Dame der grossartigen Berliner Lesebühneszene beehrt uns mit kurzweiligen Kurzgeschichten mit lang anhaltender Langzeitwirkung. Ein bisschen schnoddrig, ein bisschen schmutzig, sehr unterhaltsam und sehr schön – wie Berlin.

Ankündigung:

Am kommenden Montag, 30. Juni steht das nächste Rauschdichten vor der Tür, wie gewohnt mit denStammrauschdichtern Christoph Simon, Sam Hofacher und mir, Renato KaiserDiese dreigespaltene, kleinbürgerlich verschreckte bis grossbäuerisch aufgeplusterte Provinzposse mit wohltuend natürlich gewachsener Grossstadt-Grandezza herzhaft aufmischen wird die derzeitige Königin der Berliner Lesebühnenszene:

Lea Streisand aus Berlin

LeaStreisand

Für die letzte Ausgabe vor der Sommerpause haben wir keine Kosten und Mühen gescheut und kredenzen Euch die grossartige, fabulöse, unvergleichliche, atemberaubende, oft kopierte, nie erreichte Lea Streisand!

Lea Streisand!

Le-a!

Strei-sand!

Streisand…?

Was? Wie: kennt Ihr nicht? Hallo? Hallooo? (Um meiner Empörung den verdienten Ausdruck zu verleihen, bitte stellt Euch dieses Wort jetzt im breitesten Zürcherdialekt vor, mit einem proletenhaft-kehlig geröhrten dunklen “a”)Hoallo?

Lea Streisand? Unersetzliche Stammleserin der Lesebühne “Rakete 2000″? Gründerin der Veranstaltungsreihe“Hamset nich kleina”? Essenzieller, wenn nicht sogar sinngebender Teil der Anthologie “Sex – von Spass war nie die Rede” (2008)? Mit dem bahnbrechenden Comeback in der überraschenden Fortsetzung “Sex – von Spass war nie die Rede 2″ (2009)? Ein Erfolg, der direkt in die Textsammlung “Das war nicht ich, das waren die Hormone”(2010) mündete? Und abgeschlossen wurde durch das resümierend nachdenkliche “Macht Sex Spass – Ja, nein, vielleicht weiss nicht” (2012, allesamt herausgegeben vom geschätzten Kollegen Volker Surmann)? Kennt Ihr alles nicht? Ja dann habt Ihr einiges nachzuholen! Aber keine Bange: Falls Ihr wegen dieser tendenziösen Einleitung denkt, es erwarte Euch eine Therapiesitzung der Selbsthilfegruppe für sexuell frustrierte Grossstädter, kann ich Euch beruhigen. Einerseits ist mir bewusst, dass unser Publikum in sexueller Hinsicht nicht nur bis in die Haarspitzen aufgeklärt, sondern auch überdurchschnittlich aktiv ist und zudem grösstenteils in Bern wohnt. Der durchschnittliche Rauschdichten-Gast ist daher sexuell weder bedürftig noch frustriert und am allerwenigsten von allem ist er Grossstädter. Und andererseits verfügt Lea Streisand über eine weitaus beeindruckendere literarische Bandbreite als es meine gewohnt reisserische Ankündigung vermuten lässt. Sie ist seit über zehn Jahren gern gesehener Gast auf Lesebühnen, Poetry Slams und Lesungen im gesamten deutschsprachigen Raum, Kolumnistin bei Radio Eins in der Sparte Comedy, Autorin bei der Tageszeitung TAZ – unter anderem seit November 2013 mit dem Fortsetzungsroman “Der Lappen muss hoch” – und Verfasserin ihres neusten Werkes “Berlin ist eine Dorfkneipe” (2012 erschienen im Periplaneta Verlag).

Und wen das immer noch nicht beeindruckt: Das Musik-Duo “Duck Sauce” zeigte sich von der Persönlichkeit und Arbeit Streisands so begeistert, dass sie ihr ein Lied schrieben und widmeten, das in den Jahren 2010 und 2011 unter anderem in der Schweiz auf Platz eins der Charts landete.

Wie bitte? Kennt Ihr auch nicht? Doch, bestimmt kennt Ihr es. Es geht in etwa so:

“Uüüüuüüüü-üüuuuüüüü-üuuuuüüüü-üuu
Uüüüuüüüü-üüuuuüüüü-üu – Lea Streisand.
Uüüüuüüüü-üüuuuüüüü-üuuuuüüüü-üuu
Uüüüuüüüü-üüuuuüüüü-üu – Lea Streisand.”

Aus all diesen Gründen empfehle ich Euch von Herzen, am Montag, 30. Juni 2014 ins Musigbistrot Bern zum Rauschdichten zu kommen. Lea Streisands Geschichten sind schlau, lustig und poetisch, mit Herz geschrieben, mit Hirn verfeinert und vorgetragen mit der zu Recht berühmten und zu Unrecht berüchtigten Berliner Schnauze – zumindest im Falle von Lea Streisand. Christoph Simon, Sam Hofacher und ich freuen uns – um den sexuellen Bogen zu schliessen – eine Siegessäule ins Höschen und begrüssen euch in der Dorfkneipe Eures Vertrauens, im Musigbistrot. Denn da – um den grossstädtischen Graben zu schliessen – steppt der Bär! Hö hö. Waisch. Bärlin. Bärn. Bärn. Bäregrabä. Bäm! Wortschpiili!

Wie dem auch sei:

Es grüsst Euch

Renato Kaiser

Nur teilweise im Namen der Rauschdichter.

Christoph Simon und Sam Hofacher distanzieren sich von Wortspielen und Sexualität. Jeglicher Art, ja.

 

Allgemeine Infos:
Rauschdichten-Text: Wie gewohnt wird einer der Auftretenden im Laufe des Abends spontan einen Text schreiben und vortragen. Zur Verfügung stehen dabei fünf Begriffe aus dem Publikum, eine halbe Stunde Zeit und eine ganze Flasche Rotwein - because that puts the "Rausch" into the "Rauschdichten"!
Zwei Sachen sind neu: 
Erstens: Wir beginnen um 20:00 Uhr. Warum? Damit die weither gereisten Zuschauer aus dem Ausland noch mit dem Nachtzug direkt wieder zur Arbeit fahren können.
Zweitens: Das Rauschdichten findet nicht mehr zehn Wochen lang jeden Montagabend statt. Sondern neu monatlich. Und zwar jeden letzten Montag des Monats. Warum? Damit ihr dazwischen länger Zeit habt, eure aufgeheizte Libido runterzukühlen. Die nächsten Daten sind daher planmässig:
Juli und August ist Sommerpause. Nächste Daten:
29. September 2014 mit Harry Baker aus London, Poetry Slam Weltmeister 2012
27. Oktober 2014 mit Andivalent aus München, die Poetry Slam Entdeckung 2014
24. November 2014 mit Kilian Ziegler aus Olten, Poetry Slam Wortspielkönig und Kabarett-Shootingstar
29. Dezember (fällt eventuell aus wegen Silvester/Neujahr, Infos folgen noch)
Folgende Termine, Infos zu den Special Guests folgen noch:
26. Januar 2015
23. Februar 2015
30. März 2015
27. April 2015
25. Mai 2015
29. Juni 2015
Genau Infos zu den Daten erhaltet ihr per Newsletter, Facebook, www.musigbistrot.ch und vielleicht auf…
Drittens: ... www.rauschdichten.ch! Wir arbeiten an einer eigenen Homepage.

 

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Neurosenstolz in Bern und ein Pissoir in Luzern

Um es gleich vorwegzunehmen: Der Beitrag hier hat mit Hitler nichts zu tun. Man sagte mir nur, mit Reizwörtern könne man mehr Leser generieren. Und Hitler ist das reizendste, das ich kenne. Also das Wort. Hitler selbst finde ich alles andere als reizend, obwohl ich ihn natürlich nicht persönlich kenne. Auf jeden Fall ist das hier die Fortsetzung des Beitrages “Memento mit Bildern”, der – so sagten mir ein Netz-Spezialist – keine genügende Reichweite gehabt hätte, weil ich eben kein prägnantes Reizwort gewählt hätte, sondern im Gegenzug mit “Memento” eines, das keiner verstehen würde. Ich bin mir zwar sicher, dass Ihr alle, liebe Leserinnen und Leser, dieses Wort kennen und nur der besagte Netzspezialist nicht. Ich hingegen weiss dafür nicht, was “Netzspezialist” heissen soll. Aber ja. Versuchen wir es halt mal mit Hitler.

Das System ist dasselbe wie beim letzten Mal: Ich durchstöbere mein Archiv der letzten Wochen und Monate und versuche mich anhand der Fotos zu erinnern, was so passiert ist. Wuala!

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Oben seht Ihr einen Auftritt von mir bei einer Hochzeit (wie Ihr seht, müssen sich die abgebildeten Gäste keine Sorgen bezüglich Datenschutz machen, da ich sie ohne Ausnahme dermassen unvorteilhaft fotografiert habe, dass sie nicht befürchten müssen, im wahren Leben erkannt zu werden). Das ist nicht das erste Mal und macht mir immer wieder grossen Spass. Es war aber das erste Mal, dass ich auf Wunsch des Brautpaares einen Text über die beiden geschrieben habe. Das machte mir zwar auch grossen Spass, wie viel der Text jedoch mit dem Wunsch des Brautpaares zu tun hatte, war vielen Gästen spätestens dann nicht mehr klar, als ich – vermeintlich – den Bräutigam als “halb abgebissene angelutschte Lakritzstange” beschrieb und die Braut als “einen Kopf grösser als er und mit einem derart breiten Kreuz gesegnet, dass es einem Schwingerkönig den kalten Angstschweiss aus seinem inferioren Stiernacken getrieben hätte”. Warum trotzdem alle glücklich waren und man mich unbedingt für Hochzeiten buchen sollte, erklär ich euch in einem nächsten Video/Beitrag (Bäm! Cliffhanger!). Um das Thema “Hochzeit” angemessen abzuschliessen, hab ich darunter ein Bild von einem natürlich in Stein gewachsenem Herzen (aufgenommen am Rheinfall in Neuhausen) angehängt. Uhuere romantisch!

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Und wenn wir schon bei romantisch sind: Oben seht ihr das wunderschöne Brunnen am Vierwaldstättersee nach dem ebenfalls wunderschönen Poetry Slam im Espas, moderiert von dem auch ein bizli wunderschönen Kilian Ziegler, gewonnen von der über alle Massen wunderschönen Slamkanone Flo Cieslik aus Köln. Darunter seht Ihr ein Pissoir in Luzern.

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Auf dem obigen Bild seht ihr den unvergesslichen Geburtstagsslam der geschätzten Katharina Schmidt. Sie wird auf dem Bild (ja genau auf dem Bild!) 18 Jahre alt (Herzlichen Glückwunsch auch hier noch einmal), trägt ein Diadem, das der spätere Sieger Michu Frei (der Pin Up Boy der letzten Bilderschau, Ihr erinnert Euch) mit Stolz übernahm, Katharinas Freundin Fabienne hält Damian Funk in den Händen (das lassen wir mal so stehen), Katharinas Mutter ist Losfee und trägt Flügelchen. Also alles ganz normal. Und das Bild mit dem Mülleimer ist aus dem Internet und lustig.

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Das auf dem oberen Foto ist das Team Neurosenstolz. David Friedrich aus Hamburg, rechts auf dem Bild, ist eigentlich ziemlich gutaussehend und sieht im wirklichen Leben nicht aus wie Kermit der Frosch. Björn Dunne aus Berlin hingegen, links auf dem Bild, sieht in echt genau so gut aus wie auf dem Foto. Aber nur auch nur aus der Perspektive. Sie beide haben im Mai das Rauschdichten-Publikum im Musigbistrot mit grossartig absurdem Humor, heftigen Punchlines und wahnwitziger Reimerei entzückt. ENTZÜCKT! Schönes Wort, jaja. Darunter seht Ihr, wie ich mich über das Buch des vielversprechenden und alles-auch-einhaltenden Andivalent freue. Noch mehr freue ich mich zu verkünden, dass dieser in jeglicher Hinsicht bemerkenswerte Slam Poet aus München die Lesebühne Rauschdichten im Oktober als Special Guest beehren wird!

Das war es auch schon für dieses Mal. Für alle, die es bis hierhin geschafft haben, obwohl sie sich fürchterlich über das kitschige Pfützenherzbild weiter oben aufgeregt haben, habe ich hier noch die ein klein wenig ergänzte Version für Desillusionierte. Ade!

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Die Lesebühne Rauschdichten gibt es seit 2009 und besteht aus den drei Stammlesern Renato KaiserChristoph Simon und Sam Hofacher. Jeden letzten Montag des Monats werden dort Gedichte, Geschichten, Spoken-Word- und Slam-Texte kredenzt.
Christoph Simon lässt den Autoren raushängen und unterbietet sich selbst in Sachen Performance, das aber konstant und eifrig.
Sam Hofacher ist gross, redet schlau und fehlt oft krank/verkatert/grundlos.
Und Renato Kaiser ist gutaussehend, talentiert und grossartig, kurz: der beste Mensch der Welt und Verfasser dieser Zeilen.
Der Rauschdichten-Text: Einer der Auftretenden muss im Laufe des Abends spontan einen Text schreiben und vortragen. Zur Verfügung stehen dabei fünf Begriffe aus dem Publikum, eine halbe Stunde Zeit und eine ganze Flasche Rotwein – because that puts the “Rausch” into the “Rauschdichten”!

Ausserdem werden zu jedem Rauschdichten hochkarätige Gäste der nationalen und internationalen Kunst des Spoken Word/Poetry Slam, des Kabaretts und der Schriftstellerei eingeladen, die das Publikum mit Werken aus ihrem Repertoire (und vielleicht sogar mit einem improvisierten Rauschdichten-Text) beglücken werden.

Weitere Infos auf  www.musigbistrot.ch und hoffentlich bald auf www.rauschdichten.ch.

Mit einer mail an die Adresse rauschdichten@gmail.com kann man sich für den Rauschdichten-Newsletter anmelden.

Datum: Jeder letzte Montag des Monats
Ort: Musigbistrot, Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern
Zeit: 20:00 Uhr
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Special Guest: Lea Streisand aus Berlin! – Die derzeitige Grand Dame der grossartigen Berliner Lesebühneszene beehrt uns mit kurzweiligen Kurzgeschichten mit lang anhaltender Langzeitwirkung. Ein bisschen schnoddrig, ein bisschen schmutzig, sehr unterhaltsam und sehr schön – wie Berlin.

LeaStreisandAnkündigung:

Am kommenden Montag, 30. Juni steht das nächste Rauschdichten vor der Tür, wie gewohnt mit denStammrauschdichtern Christoph Simon, Sam Hofacher und mir, Renato KaiserDiese dreigespaltene, kleinbürgerlich verschreckte bis grossbäuerisch aufgeplusterte Provinzposse mit wohltuend natürlich gewachsener Grossstadt-Grandezza herzhaft aufmischen wird die derzeitige Königin der Berliner Lesebühnenszene:

Lea Streisand aus Berlin

Für die letzte Ausgabe vor der Sommerpause haben wir keine Kosten und Mühen gescheut und kredenzen Euch die grossartige, fabulöse, unvergleichliche, atemberaubende, oft kopierte, nie erreichte Lea Streisand!

Lea Streisand!

Le-a!

Strei-sand!

Streisand…?

Was? Wie: kennt Ihr nicht? Hallo? Hallooo? (Um meiner Empörung den verdienten Ausdruck zu verleihen, bitte stellt Euch dieses Wort jetzt im breitesten Zürcherdialekt vor, mit einem proletenhaft-kehlig geröhrten dunklen “a”)Hoallo?

Lea Streisand? Unersetzliche Stammleserin der Lesebühne “Rakete 2000″? Gründerin der Veranstaltungsreihe“Hamset nich kleina”? Essenzieller, wenn nicht sogar sinngebender Teil der Anthologie “Sex – von Spass war nie die Rede” (2008)? Mit dem bahnbrechenden Comeback in der überraschenden Fortsetzung “Sex – von Spass war nie die Rede 2″ (2009)? Ein Erfolg, der direkt in die Textsammlung “Das war nicht ich, das waren die Hormone”(2010) mündete? Und abgeschlossen wurde durch das resümierend nachdenkliche “Macht Sex Spass – Ja, nein, vielleicht weiss nicht” (2012, allesamt herausgegeben vom geschätzten Kollegen Volker Surmann)? Kennt Ihr alles nicht? Ja dann habt Ihr einiges nachzuholen! Aber keine Bange: Falls Ihr wegen dieser tendenziösen Einleitung denkt, es erwarte Euch eine Therapiesitzung der Selbsthilfegruppe für sexuell frustrierte Grossstädter, kann ich Euch beruhigen. Einerseits ist mir bewusst, dass unser Publikum in sexueller Hinsicht nicht nur bis in die Haarspitzen aufgeklärt, sondern auch überdurchschnittlich aktiv ist und zudem grösstenteils in Bern wohnt. Der durchschnittliche Rauschdichten-Gast ist daher sexuell weder bedürftig noch frustriert und am allerwenigsten von allem ist er Grossstädter. Und andererseits verfügt Lea Streisand über eine weitaus beeindruckendere literarische Bandbreite als es meine gewohnt reisserische Ankündigung vermuten lässt. Sie ist seit über zehn Jahren gern gesehener Gast auf Lesebühnen, Poetry Slams und Lesungen im gesamten deutschsprachigen Raum, Kolumnistin bei Radio Eins in der Sparte Comedy, Autorin bei der Tageszeitung TAZ – unter anderem seit November 2013 mit dem Fortsetzungsroman “Der Lappen muss hoch” – und Verfasserin ihres neusten Werkes “Berlin ist eine Dorfkneipe” (2012 erschienen im Periplaneta Verlag).

Und wen das immer noch nicht beeindruckt: Das Musik-Duo “Duck Sauce” zeigte sich von der Persönlichkeit und Arbeit Streisands so begeistert, dass sie ihr ein Lied schrieben und widmeten, das in den Jahren 2010 und 2011 unter anderem in der Schweiz auf Platz eins der Charts landete.

Wie bitte? Kennt Ihr auch nicht? Doch, bestimmt kennt Ihr es. Es geht in etwa so:

“Uüüüuüüüü-üüuuuüüüü-üuuuuüüüü-üuu
Uüüüuüüüü-üüuuuüüüü-üu – Lea Streisand.
Uüüüuüüüü-üüuuuüüüü-üuuuuüüüü-üuu
Uüüüuüüüü-üüuuuüüüü-üu – Lea Streisand.”

Aus all diesen Gründen empfehle ich Euch von Herzen, am Montag, 30. Juni 2014 ins Musigbistrot Bern zum Rauschdichten zu kommen. Lea Streisands Geschichten sind schlau, lustig und poetisch, mit Herz geschrieben, mit Hirn verfeinert und vorgetragen mit der zu Recht berühmten und zu Unrecht berüchtigten Berliner Schnauze – zumindest im Falle von Lea Streisand. Christoph Simon, Sam Hofacher und ich freuen uns – um den sexuellen Bogen zu schliessen – eine Siegessäule ins Höschen und begrüssen euch in der Dorfkneipe Eures Vertrauens, im Musigbistrot. Denn da – um den grossstädtischen Graben zu schliessen – steppt der Bär! Hö hö. Waisch. Bärlin. Bärn. Bärn. Bäregrabä. Bäm! Wortschpiili!

Wie dem auch sei:

Es grüsst Euch

Renato Kaiser

Nur teilweise im Namen der Rauschdichter.

Christoph Simon und Sam Hofacher distanzieren sich von Wortspielen und Sexualität. Jeglicher Art, ja.

 

Allgemeine Infos:
Rauschdichten-Text: Wie gewohnt wird einer der Auftretenden im Laufe des Abends spontan einen Text schreiben und vortragen. Zur Verfügung stehen dabei fünf Begriffe aus dem Publikum, eine halbe Stunde Zeit und eine ganze Flasche Rotwein - because that puts the "Rausch" into the "Rauschdichten"!
Zwei Sachen sind neu: 
Erstens: Wir beginnen um 20:00 Uhr. Warum? Damit die weither gereisten Zuschauer aus dem Ausland noch mit dem Nachtzug direkt wieder zur Arbeit fahren können.
Zweitens: Das Rauschdichten findet nicht mehr zehn Wochen lang jeden Montagabend statt. Sondern neu monatlich. Und zwar jeden letzten Montag des Monats. Warum? Damit ihr dazwischen länger Zeit habt, eure aufgeheizte Libido runterzukühlen. Die nächsten Daten sind daher planmässig:
Juli und August ist Sommerpause. Nächste Daten:
29. September 2014 mit Harry Baker aus London, Poetry Slam Weltmeister 2012
27. Oktober 2014 mit Andivalent aus München, die Poetry Slam Entdeckung 2014
24. November 2014 mit Kilian Ziegler aus Olten, Poetry Slam Worstpielkönig und Kabarett-Shootingstar
29. Dezember (fällt eventuell aus wegen Silvester/Neujahr, Infos folgen noch)
Folgende Termine, Infos zu den Special Guests folgen noch:
26. Januar 2015
23. Februar 2015
30. März 2015
27. April 2015
25. Mai 2015
29. Juni 2015
Genau Infos zu den Daten erhaltet ihr per Newsletter, Facebook, www.musigbistrot.ch und vielleicht auf…
Drittens: ... www.rauschdichten.ch! Wir arbeiten an einer eigenen Homepage.

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Liebe Rauschdichtenfreunde!

Hier erstmal die blutten Infos:

Datum: 26. Mai 2014

Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern), www.musigbistrot.ch

Beginn: 20:00

Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Special Guest: Team Neurosenstolz aus Deutschland! (David Friedrich und Björn Dunne) – herausragende Spoken Word Texte, Geschichten und Gedichte, einzeln und zu zweit, superschlau, superstrange, supergeil.

Am kommenden Montag, 26. Mai steht das nächste Rauschdichten vor der Tür, wie gewohnt mit den Stammrauschdichtern Christoph Simon, Sam Hofacher und mir, Renato Kaiser. Diese offensichtlich degenerierte Travestie des Rütlischwurs mit teutonischer Internationalität aufbrechen werden die Shooting Stars im deutschsprachigen Team Poetry SlamBjörn Dunneaus Berlin und David Friedrich aus Hamburg, besser bekannt als:

Team Neurosenstolz

Neurosenstolz

Ein Name, der dermassen förmlich darum bittet, analysiert und interpretiert zu werden, so dass ich dieser Aufforderung selbstverständlich nachkomme. Sie alle kennen bestimmt das Berliner Popduo “Rosenstolz”. Dafür müssen Sie sich nicht schämen. Schliesslich kommt man ja seit einigen Jahren und nicht zuletzt wegen der stillen germanischen Invasion durch RTL Schweiz, Sat1 Schweiz, Pro7 Schweiz, MTV Schweiz und all die anderen perfiden Unterwanderungsmedien nicht umhin, zusätzlich zur hiesigen auch noch seicht-bräsige Dumpfbackenmusik aus Deutschland zu kennen. Als wären wir mit unseren Bobos und Göläs und Bliggs nicht schon restlos bedient. Sie müssen sich also nicht dafür schämen, Helene Fischer zu kennen oder Unheilig oder Silbermond oder eben Rosenstolz, keineswegs. Sie müssen sich nur dann schämen, wenn sie Facebookfreunde, die auf ihrer Pinnwand Videos, Fotos oder Zitate der betreffenden Künstler hochladen, nicht umgehend löschen, blockieren und als Spam markieren. Schliesslich ist es ein Unterschied ob Sie beispielsweise die Band Nickelback einfach nur namentlich kennen, oder ob Sie ihre CD in den Player legen, weil Sie beim Sex auf Touren kommen wollen.Wobei letzteres wiederum nach sehr stark einer Neurose klingt, auf die man nicht besonders stolz sein sollte. Ganz im Gegensatz zum Team Neurosenstolz! Björn Dunne und David Friedrich haben beeindruckende Neurosen. Unübersehbare und unüberhörbare Verhaltensstörungen. Schon von klein auf:

Sie sagten immer, das sei Liebe zur Sprache. Ihre Klassenkameraden sagten “Halt’s Maul” und stopften ihre Mäuler mit Sand.

Sie sagten: “das war doch nur ironisch gemeint” und ihre Freundinnen verliessen sie.

Sie verstanden die Literatur als ein anarchisch rebellisches Mittel gegen festgefahrene Systemmodelle – und ihre Eltern gaben sie zur Adoption frei.

Und so wanderten sie jeder für sich, ziellos, unverstanden und von der Gesellschaft ausgestossen durch die finsteren Gassen Deutschlands, “atemlos durch die Nacht, bis ein neuer Tag erwacht” (wie gesagt: fühlen sie sich nicht schuldig. Nur schmutzig) bis sie irgendwann, endlich aufeinandertrafen.

Und irgendwo aus einem weit enfernten Schützenhaus sang ein betrunkener Fussballhooligan:

“Atemlos, schwindelfrei, großes Kino für uns zwei

Wir sind heute ewig, tausend Glücksgefühle

Alles was ich bin, teil’ ich mit Dir

Wir sind unzertrennlich, irgendwie unsterblich

Komm nimm’ meine Hand und geh’ mit mir

Atemlos.“

Wahre Poesie.

Björn Dunne hingegen sagte: “Hey, du Rettich”. David Friedrich machte sich einen Reim darauf. Das Team Neurosenstolz war geboren.

Von da an waren die zwei ein Paar. Sie sahen, dass geteilte Verhaltensstörungen… immer noch Verhaltensstörungen sind, aber sie damit wenigstens nicht mehr alleine waren. Und so machten sie sich auf, bestärkten sich gegenseitig in ihren psychopathischen Zügen, gaben sich ihrem Zwang zum Wortspiel, zum Reim, zum anarchisch absurden Wortwitz hin, traten auf die Spoken-Word-Bühnen der gesamten Bundesrepublik, liessen ihren Neurosen freien Lauf, gewannen einen Team Poetry Slam nach dem anderen und versetzten das Publikum mal aufs mal in einen derart ekstatischen Jubel, dass das Volk auf und vor der Bühne aussah wie eine gigantische glückliche Verhaltensstörung.

Hier eine Kostprobe:

https://www.youtube.com/watch?v=oyyrMchlXrY&app=desktop

Und so soll es auch am 26. Mai, 20:00 Uhr im Musigbistrot sein, meine lieben Rauschdichterfreunde! Kommt vorbei, nehmt all Eure mehr oder weniger verhaltensgestörten Freunde mit und lasst Euch therapieren von einem der besten Poetry Slam Teams des deutschsprachigen Raumes. Christoph Simon, Sam Hofacher und ich haben auf jeden Fall schon seit mehreren Wochen das Restless-Legs-Syndrom, ein bisschen zwanghaft, ein bisschen ekstatisch, aber vor allem sehr stolz, Euch präsentieren zu dürfen:

das Team Neurosenstolz!

Es grüsst Euch

Renato Kaiser

Im Namen der Rauschdichter

Allgemeine Infos:

Rauschdichten-Text: Wie gewohnt wird einer der Auftretenden im Laufe des Abends spontan einen Text schreiben und vortragen. Zur Verfügung stehen dabei fünf Begriffe aus dem Publikum, eine halbe Stunde Zeit und eine ganze Flasche Rotwein – because that puts the “Rausch” into the “Rauschdichten”!

Zwei Sachen sind neu: 

Erstens: Wir beginnen um 20:00 Uhr. Warum? Damit die weither gereisten Zuschauer aus dem Ausland noch mit dem Nachtzug direkt wieder zur Arbeit fahren können.

Zweitens: Das Rauschdichten findet nicht mehr zehn Wochen lang jeden Montagabend statt. Sondern neu monatlich. Und zwar jeden letzten Montag des Monats. Warum? Damit ihr dazwischen länger Zeit habt, eure aufgeheizte Libido runterzukühlen. Die nächsten Daten sind daher planmässig:

30. Juni mit Lea Streisand aus Berlin

Juli und August ist Sommerpause, die Daten ab September sind noch in Arbeit.

Genau Infos zu den Daten erhaltet ihr per Newsletter, Facebook, www.musigbistrot.ch und vielleicht auf…

Drittens: … www.rauschdichten.ch! Wir arbeiten an einer eigenen Homepage.

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Für diesen Text wurden verwendet: 

Fünf Begriffe aus dem Publikum und 30-40 Minuten Zeit. Die Begriffe waren:

Rüeblitorte, Kanzel, Geburtstag, Zahnbürschtli und Geometrie.

Alle weiteren Infos dazu findet Ihr hier.

Dä Raffael wartet am Usgang vom Läbä und wil vo sim Mami abgholt werde

Äs isch ämol än chliinä Bueb namens Raffael gsi. Dä Bueb isch aber nöd wi di anderä Chind gsi, nai. Er hät nöd wie all di anderä chliinä Chind mit drüü dä erscht iPod, mit Sächsi s’erschti iPhone, mit Nüüni s’erschti iPad und mit 12i s’erschte Chind übercho, nai. Dä Raffael isch no so uufgwachsä, wi me früener uufgwachsä isch. Är hät mit drü Chinderbüecher gläsä, mit nüüni Chinderbüecher gläsä, und mit zwölfi hät er nöd öppä scho äs Chind übercho, nai: Er isch immer no ais gsi. Und da hät sich au schpöter nöd g’ändärät. Di anderä sind mit 16i go tanzä, go fiirä, go umäsuufä, id Disco und in Klub. Dä Raffael nöd. Er hät Chinderbüecher gläsä.

Für d’Eltere isch da am Afang natürli super gsi. Ganz schtolz sinds uf iren chliinä gsi. Dass er äbä  nöd ä sonen verzogänä huerä Saugoof isch, wie all di anderä chlinä Justin Beaver Verschnitt, wo scho wüssed, wie schräg genau me sis Nike-Chäpli mues aleggä, no bevor’s chönd laufä. Än aschtändigä ischer gsi, än guetä. Am Geburtstag isches für si natürli au aifach gsi. Wärend alli andere Elterä amel wie di gschtöörte in Manor oder in Inter Discount oder in Media Markt gsecklet sind, wels am chlinä Rotzgoof di neuschti Version vo Call of Duty hend müese schenkä, damit er mit sinä minderjöörige Kolegä us Amerika, Japan, Dütschland und allnä andere Länder online cha Soldatä dä Grind wegballere, hend d’Elterä vom Raffael amel nur müesä zum Chinderladä go, grad um dä Eggä, immer dä glich und aifach ä neus Chinderbuech chaufe. Super isch da gsi für die Elterä. Wenn dä Raffael Geburtstag gha hät, hät er nöd mee brucht als ä neus Chinderbuech und ä Rüeblitortä. “Huere Aargauerfrass” hend die andere Chind amel gsait und en uusglachät. Und sis Mami hät denn amel gsait: “Nai, imfall, das esseds au z’Schaffhusä”. “Schaffhuusä, Schaffhusä, da isch jo ee fascht z’Dütschland!” hends denn gruefe und glached und gjoolet und sin usegseckläd und hend än Dütsche azündt, wel iri Eltere inä gsait hend, das me das so mües mache.

Aber vo all dem hät Raffael nünt mitübercho. Ganz allai isch er a sim Tisch ghocket, niemert hät mit ihm gfiiret, niemert hät mit ihm gschpielt, er hät kai Fründä kai, mueterseeleallai isch er a dem Tisch gsessä und hät sini Rüeblitorte g’ässä. Sis Mami hät en ganz mitlaidig aglueget und gfrögät “Wötsch än Sirup, Schatzi” und er hät nur abgwunke. S’Ainzig woner amel zu sinere Rüeblitorte trunke hät, sind sini Tränä gsi. Sini Mueter hät denn ganz truurig glueget und gsait: “Du lueg Raffael. Du bisch jetzt 25i. Mainsch nöd, dass mol langsam sötsch “NAI!” Hät dä Raffael denn ganz trotzig gsait und mit sine Hend versuecht z’zaigä, wi alt er den wörkli segi. 6i, hät er zaigt. 6i seger. Sis Mami hät denn aber gsait “Nai Raffael, du bisch 25i, i waiss du chasch immer no nöd zelä, aber da isch imfall gar nöd so-” NAI! I KANN ZELL!”. Wel dä Raffael sis ganzä Läbä lang nur Chinderbüecher gläsä hät, hät er weder bsunders guet chönä zellä, no guet rede chönä. “Kan zell…” hät er trotzig und gedankeverlorä is letschte Schtuck Rüeblichueche inebrummt, woner sich mit dä Fuscht is Muul ine truckt hät.

Er hät sowieso nöd vil Wörter kennt. Nur “NAI”, “KANN ZELL” und “Zahnbürschtli”. Das hät er nämli immer gsait, wenn en sini Mueter gfrogät hät, was er denn mol wöli werdä, wenn er gross segi. “ZAHNBÜRSCHTLI!” wöl er werdä, hät er gsait. Also nöd scho immer. Also aigentlich erscht so mit 21i hät das aagfangä, woner s’erscht mol vo dä Zaafee enttüscht wordä isch. Wel so fescht, wiener immer an Oschterhas und as Chrischtchindli glaubt hät, hät er au ad Zaafee glaubt. Schliesslich hät em sini Mueter woner chli gsi isch, immer än Füüfliber unter s’Chüssi glait, wenn er ainä vo sinä Milchzää, wonem uusghait sind, dä Obig vorher drunter glait hät. Woner chli gsi isch, isch da jo no herzig gsi. Aber so mit 15i, 16i, isches dä Mueter denn scho langsam ächli komisch vorcho. Und woner denn au mit 19i immer no Milchzää unter s’Chüssi glait hät, isch si denn scho chli stutzig wordä. “Wo hät er die nur her?” hät si sich amel gfrögät. Sie hät denn halt aifach denkt, dass er die us Gips oder Holz oder waiss de Gugger was gschnitzt hät. Dass idä Zitig gschtandä isch, dass irgend öpper chlinä Chind ide Nochborschaft d’Zää uuschloot, hät si so fescht ignoriert, wie alles andere wo a irem Raffael ächli komisch gsi isch. Woner denn 21i gsi isch, isch si denn aber langsam verzwiiflet und hät uufghört mit dem Zaafeezüüx. Und ab dem Moment, wo d’Zaafee am Raffael kai Füfliber me unter s’Chüssi glait hät, hät er au uufghört a si glaubä. Waner aber nie uufghört hät, isch: chlinä Chind d’Zää uuschloo. Die hett er denn immer am Mami unter s’Chüssi glait. Immer öppä zää Schtuck, agrichtet immer in Kegelform, also därä Form vo dä Geometrie, wo usgseet, wienes Rüebli. Wel er äbä sis Mami so gern hät.

Und au wenns dä Raffael nöd aifach gha hät im Läbä, au wenn er chum hät chönä redä oder zelä, und au wenn en d’Chind immer uusglachät hend, und au wenn en d’Zaafee irgendwenn so fürchterlich im Stich loo hät, trotz all dem, isch dä Raffael amel glücklich gsi, wenner sim Mami di uusgschlagnä Zää vodä Nochborschind in Rüebliform unter s’Chüssi glait hät. Wel i dem Moment isch er da wordä, woner immer scho hät wölä werdä. Dä legitimi und zueverlässigi Noochfolger vodä Zaafee. S’Zahn-Bürschtli.

 

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Rüeblitorte, Kanzel, Geburtstag, Zahnbürschtli und Geometrie…

…, so lauteten die fünf Begriffe, aus denen ich am letzten Montagabend, 31. März 2014, einen Text schreiben sollte. Als Erklärung für alle uninformierten Unwürdigen, die keine Ahnung haben, was Rauschdichten sein soll (pfui pfui pfui!), eine kurze Erklärung. Ich betreibe zusammen mit meinen hochgeschätzten Freunden und Kollegen Sam Hofacher und Christoph Simon eine Lesebühne in Bern namens “Rauschdichten”. Jeden letzten Montag des Monats finden wir uns im Musigbistrot in Bern zusammen und tragen einem äusserst intelligenten, gutaussehenden und gut gewaschenen Publikum unsere Texte vor, flankiert jedes Mal von einem ausgezeichneten Special Guest, wie es letzten Montag unser hochgeliebter Christian Ritter aus Bamberg war.

Das Besondere an der Lesebühne Rauschdichten ist, und eben auch namensgebend, dass jedes Mal von einem der Auftretenden ein Spontantext geschrieben wird. Vor der Pause lassen wir uns vom Publikum fünf Begriffe geben, dann wird einer von uns ausgelost und derjenige muss dann zum Ende der Veranstaltung einen Text präsentieren, in welchem die fünf Begriffe vorkommen. Er hat also etwa 30-40 Minuten Zeit und eine Flasche Rotwein zur Verfügung (that puts the Rausch into the Rauschdichten), um die besagten Wörter in einen Text zu verwandeln.

Dieses Mal hat es mich getroffen, die Begriffe waren Rüeblitorte, Kanzel, Geburtstag, Zahnbürschtli und Geometrie, und der Mann, der mich ausgelost hatte, hiess Raffael, weshalb mein Text den Titel trägt: “Dä Raffael wartet am Uusgang vom Läbä und will vo sim Mami abgholt werdä”

Den Text in geschriebener Form findet ihr hier, das Video seht ihr gleich unten.

Voilà:

 

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