— Renato Kaiser

Rauschdichten in Biel und Bern – mit Remo & Remo

April April! Remo Remo!

RemoRemoRauschdichto

(Fotos: Eki.Pix.)

Die blutten Infos:

Rauschdichten Biel:
Datum: Sonntag, 24. April 2016
Ort: Le Singe (Untergasse 21, 2502 Biel) www.lesinge.ch
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF

Rauschdichten Bern:
Datum: Montag, 25. April 2016
Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern) www.musigbistrot.ch
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

***

Das Rauschdichten steht wieder vor der Tür, und zwar am kommenden Sonntag, 24. April in Biel und am Montag, 25. April in Bern! Von den Stammdichtern mit dabei sind Sam Hofacher und ich, Renato Kaiser. Diesen eitlen, ja fast schon hipsterigen Drang nach individueller Vornamensdiversität mit einer geballten Ladung Urschweizer Einheitsbenamung zerschmettern werden unsere Special Guests des Abends:

Remo und Remo!

Liebe Rauschdichtenfreunde,

Lasst Euch vom “April April” im Titel nicht verwirren: Das ist kein Witz. Also dass Remo und Remo kommen, ist kein Witz. Ich fand einfach, dass das schön klingt: “April April! Remo Remo!” Tut es ja auch. Und wäre vollkommen unproblematisch, wenn es nicht diesen 1. April gäbe und die unsägliche Tradition, an diesem Tag Streiche zu spielen, um – Achtung Achtung – witzig zu sein. Hahahahaublossabdu! Wer hat diese Tradition eigentlich erfunden? Gut, man könnte jetzt sagen, Hitler, klar, das geht immer. Aber hier stimmt es ja vielleicht sogar! War Adolf Hitler vielleicht nicht nur ein gescheiterter Maler, sondern auch ein erfolgloser Komiker? Hat er sein eines Ei vielleicht durch eine missglückte Slapstickeinlage am 1. April verloren? Und haben danach, keine Ahnung, vielleicht am 2. April, seine Freunde sich lustig darüber gemacht, ihn gegrüsst, mit erhobenem rechten Arm und ausgestrecktem kleinen Finger und laut “Sieg Ei!” gerufen? Sodass er – jähzornig wie er war – schrie: “Ab jetzt werden keine Spässe mehr gemacht! Nur noch am 1. April! Und nur unter meiner Aufsicht!” Fühlen sich deswegen alle April-Scherze so an, als hätte sie jener Kantilehrer erfunden, der auch immer einmal mit der Klasse in die Disco wollte? Ist der Aprilscherz nicht so etwas wie die OLMA des Humors? Die einen betrinken sich das ganze Jahr hindurch, regelmässig, sind geübt, trainiert und fallen daher an der Messe nicht weiter auf und die anderen rasten einmal im Jahr komplett aus, werden um 18 Uhr von der Security aus der Halle getragen und alle schütteln mit dem Kopf? Könnte es sein, dass wir eine April-Scherz-Security brauchen? Könnte es aber auch sein, dass mein 13-jähriges Ich es nie verkraftet hat, dass mein Schwarm mich damals mit feurigem Blick und mit dem einen oder anderen vielsagenden Zettelchen hinter die Turnhalle gelockt hat, mir befahl, meine Augen zu schliessen, meine Lippen zu spitzen, nur um mir dann ein faules Ei ins Gesicht zu drücken und dann mit der versammelten Klasse ein hämisches “April April” einzustimmen? Oder war das gar nicht ich, sondern Hitler? Oh mein Gott! Würde das heissen, dass es ohne Aprilscherz den zweiten Weltkrieg nie gegeben hätte?
Gut möglich! Hört auf mit Aprilscherzen. Wirklich.

Wie dem auch sei! Aprilscherze sind nicht das Thema und das launige Aprilwetter auch nicht, ganz im Gegenteil! Nichts mit: Mal so, mal so, nein! Remo! Bämm! Remo! Bumm! April, April, der macht, was er will? Nicht mit uns! Du heisst nicht Remo? Du kommst hier nicht rein! Und bevor ich mich komplett ins unheilige Land der schrecklichen Überleitungen hyperventiliere, sag ich Euch einfach:

Zwei mal Remo! Zwei Mal Slam! Zweimal Rampensäue aus Bern! Die Rauschdichter holen sich eine geballte Ladung Schweizer Vornamen mit grosser Bühnenwucht ins Haus. Remo Rickenbacher und Remo Zumstein gehören schon seit Jahren zu den prägenden Figuren der Schweizer Poetry Slam Szene und begeistern mit innovativer Bühnenpoesie.


Remo Rickenbacher, der Bühnenberserker aus Thun flüstert, zischt und schreit dem Publikum seine Slam-Dramulette entgegen, als ginge es um sein Leben. Dabei macht er weder halt vor unbequemen Themen noch vor irrwitzigen Ausflügen in die Absurdität. Er ist das Slam-Original aus Thun, moderiert dort den legendären Mokka-Slam und ist einer der treibenden Kräfte in der Schweiz, was die Förderung des Spoken Word Nachwuchs angeht – und ganz nebenbei Gewinner unzähliger Poetry Slams in der ganzen Schweiz.

Remo Zumstein, dieser aussergewöhnliche Spoken Word Virtuose aus Schliern bei Köniz ist der zurzeit beste Schweizer Slam Poet. So darf man sich schliesslich nennen, wenn man, wie er, die diesjährigen Schweizer Poetry Slam Meisterschaften gewonnen hat. Oder wenn man, wie wir, mit banalen Titeln die Werbetrommel rühren will. Und das wollen wir! Und mehr als das! Dieser Mann ist nicht nur Schweizer Meister und Poetry Slam Seriensieger, sondern vor allem ein hochtalentierter Wortspieler, Verslischmied und Geschichtenerzähler.

Die beiden werden Euch gefallen, das versprechen wir Euch. Ihr werdet Euch zu Boden werfen und schreien: “Remos! Wir brauchen mehr Remos!” Und Ihr werdet Recht haben! Mehr Remos! Weniger Aprilscherze! Mehr Remos! Weniger Weltkriege! Denn sind wir mal ehrlich: Hätte Hitler zum Vornamen Remo geheissen, wäre das alles nie passiert! Remo Hitler wäre immer der Liebling der Klasse! Remo Hitler kriegt kein faules Ei ins Gesicht, nein: Remo Hitler kriegt das Görl! Aber bestimmt nicht wegen des Nachnamens, nein! Weniger Hitler! Mehr Remo!

Jetzt reichts aber auch. Wir freuen uns auf jeden Fall sehr und hoffen, dass Ihr zahlreich kommt, und zwar am Sonntag, 24.04. ins Le Singe oder am Montag 25.04. ins Musigbistrot.

Es grüsst Euch
Renato Kaiser
Im Namen der Rauschdichter