— Renato Kaiser

Uta Uta Uta!

 Oben: Uta Köbernick, Unten: Alain Wafelmann

Vielen herzlichen Dank, Uta Köbernick! 

Kann man da nur sagen. Die frischgekürte Salzburger Stier Preisträgerin war bei unserer Lesebühne Rauschdichten im Musigbistrot zu Gast und hat alle hochstrebenden Erwartungen erfüllt, die wir bei unserem gespannten Publikum im Vorfeld geschürt hatte. Sie wiederum wurde dafür reichlich mit Applaus, Gejohle und Liebesbekundungen aller Art belohnt und die CD’s haben sie ihr förmlich aus der Hand gerissen (manche sogar gegen Geld). Die versammelten Rauschdichter, Sam Hofacher und ich, und unser herzallerliebster Rauschdichtenjoker, der Lyriker Alain Wafelmann aus Bern, waren höchst entzückt, an diesem wundervollen Abend dabeigewesen sein zu dürfen. Natürlich haben wir auch Texte vorgetragen und unser Bestes gegeben, aber im Grossen und Ganzen haben wir vor allem Uta Köbernick gelauscht und sie angeglotzt wie die kleinen Fanboys, die wir sind. Na gut, ich nicht ganz. Ich habe noch was anderes gemacht. Nicht, dass ich nicht ihr Fanboy wäre, ganz im Gegenteil: Ich liebe sie! Aber ich liebe sie eben viel zu sehr, so dass es mir nicht möglich war, als Einführung in den Abend eine normale Lobes- und Liebeshymne auf sie zu singen, nein, ich habe sie beschimpft. Sehr liebevoll versteht sich. Aber trotzdem. Das gehört sich nicht. Ausserdem habe ich das Publikum (wie jedes Mal) dazu aufgefordert, bei der Nennung des Special Guests immer ein Geräusch zu machen. Bei Uta Köbernick war das ein affig-hooliganesk ausgespucktes “Uta Uta Uta!”. Warum? Weil das meine Freundin immer macht, wenn sie den Namen hört. Ohne Witz. Jedes Mal wenn ich so etwas sage wie “Du, ich habe gerade mit Uta telefoniert-“, bellt sie mir ins Gesicht “Uta Uta Uta!” Ich weiss nicht, warum! Meine Freundin ist sonst sehr lieb und anständig und überhaupt nicht dumm. Und sie mag Uta Köbernick. Aber keine Ahnung, das scheint irgend so ein Reflex zu sein. Ich habe den Verdacht, dass meine infantile Dummheit über all die Jahre unserer Beziehung einfach schon auf sie ausgestrahlt hat, anders kann ich mir das nicht erklären. Wie dem auch sei: Dank ihr und “Uta Uta Uta!” hatten wir alle grossen Spass, auch Uta Köbernick selbst, denn Uta Köbernick ist in allem toll, auch in Humor und Sportsgeist. Und ja, als Strafe für meine Beschimpfungen und Hooligangesänge wurde ich auch zum vierten Mal in Folge dafür ausgelost, den den Rauschdichten-Impro-Text zu schreiben (für alle, die das nicht kennen: Vor der Pause verlagnen wir 5 Begriffe aus dem Publikum, der ausgeloste Rauschdichter hat zirka 40 Minuten Zeit und muss am Schluss der Veranstaltung den Text vortragen). Dafür hat man ja auch immer eine Flasche Rotwein zur Verfügung, was mir aber nichts bringt, da ich mittlerweile seit drei Jahren nicht mehr trinke. Davon handelte dann auch der Text, den ich bei Gelegenheit hier mal posten werde, wahrscheinlich als Video, aber ja mal sehen.

Auf jeden Fall war der Abend ein einziges Fest, danke an das Musigbistrot, Sam Hofacher, Alain Wafelmann und natürlich Uta Köbernick!

Im Dezember gibts kein Rauschdichten wegen Weihnachtscrazyness. Nächstes Rauschdichten daher am 25. Januar 2016! Bitte schon mal vormerken.

Wer aber trotzdem den Dezember nicht ohne Spoken Word und vor allem nicht ohne mich verbringen will, dem sei folgender Termin ans Herz gelegt:

Am 17. Dezember spiele ich mein Soloprogramm in der Mahogany Hall, am Klosterlistutz in Bern (Nähe Nydeggbrücke). “INTEGRATIONAL – Ein Abend für Schweizer, Deutsche, Ostschweizer, Löwenzähne und andere Randgruppen”. Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn Ihr alle (ja, alle!) kommen würdet. Reservieren wird empfohlen und zwar hier.

Uta Köbernick spielt ihr Soloprogramm “Grund für Liebe – politisch, zärtlich, schön” am 6. Februar 2016 im La Cappella in Bern. Karten gibt es hier.

Und für die, die wirklich weit planen: Uta Köbernick kommt am 3. Mai wieder nach Bern, dieses Mal im Duo mit dem herausragenden österreichischen Kabarettisten Gunkl und dem Programm “Grüsse aus Lakonien” wiederum im La Cappella in Bern.