— Renato Kaiser

Rauschdichten mit dem Team “Zum goldenen Schmied”

Liebe Rauschdichtenfreunde!

Erstmal die blutten Infos:

Datum: 28. September 2015
Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern) www.musigbistrot.ch
Beginn: 20:00
Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Special Guest: Das Team „Zum goldenen Schmied“! Laurin Buser (Basel) und Fatima Moumouni (München/Wettingen) sind zwei der vielversprechendsten jungen Stimmen der deutschsprachigen Spoken Word Szene. Mit dem Team „Zum goldenen Schmied“ haben sie ein aufsehenerregendes Projekt gestartet, das bei den Schweizer Poetry Slam Meisterschaften 2014 und 2015 neue Massstäbe gesetzt hat. Rhythmisch rasant, herausragend gereimt, mit Geist, mit Soul, mit Humor und mit Tiefe – Team Slam Poetry auf höchstem Niveau.

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Am Montag, 28. September startet die neue Rauschdichtensaison, dieses Mal nicht mit Christoph Simon, nicht mit Sam Hofacher, nur mit mir, Renato Kaiser. Was? Wie bitte? Was ist denn hier los? Erklär ich Euch gleich.
Meine numerische Einfalt mit doppelter Einzigartigkeit mathematisch und künstlerisch in unberechenbare Höhen multiplizieren werden Fatima Moumouni und Laurin Buser als das Team:

Zum goldenen Schmied!

Bevor ich aber zu unseren schillernden Gästen komme, möchte ich rasch die schnöden Fragen klären. Erstens: Warum ist Christoph Simon nicht da? Der Grund ist simpel: Marketing. Einfachstes Marketing. Den einen hat erzählt, er sei jetzt neu ein Spoken-Word- und Kabarettsuperstar, worauf die ihn so exzessiv gebucht haben, dass er bis Winter an allen Rauschdichtenterminen besetzt ist. Und den anderen hat er weisgemacht, er sei immer noch ein ernstzunehmender Schriftsteller, dessen zarte internationale Künstlerseele im Schatten der bünzligen Bundeshauskuppel verkümmern würde, sodass die ihn wiederum ab Februar für ein sechsmonatiges Stipendium nach London geschickt haben. Das heisst: Christoph Simon wird während der ganzen Saison bis zum nächsten Sommer fast nie beim Rauschdichten dabei sein. Nur in der März-Ausgabe lässt sich der feine Herr im Musigbistrot blicken. Da stellt sich natürlich die Frage: Warum lassen wir das mit uns machen? Warum verbannen wir ihn nicht ganz?

Es sind seine Augen. Ja, seine Augen. Wenn sie dir aus diesem immerjungen Lausbubengesicht mit dem verschmitzten Grinsen eines auf frischer Tat ertappten Marderjünglings wie zwei treuherzig glänzende Plüschtierknöpfe tief in deine Seele blicken, gibst du ihm alles: Auftritte, Stipendien, Deine Unschuld und eben: ver-.
Aber: Christoph Simon wird in dieser Rauschdichtensaison jeden Monat durch einen verheissungsvollen Kollegen aus der hiesigen Szene ersetzt, dieses Mal durch den nicht nur von den Rauschdichtern hochgeschätzten Langenthaler Geheimtipp: Fehmi Taner!
Und warum ist Sam Hofacher nicht da? Er ist im WK. Die Armee missbraucht seine riesenhafte Körpergrösse, indem sie ihn als mobile Funkantenne durch die Alpen stapfen lassen. Eine traurige Geschichte.

Aber weg von Christoph Simon und Sam Hofacher, weg vom Elend, hin zur Schönheit, die wir eingeladen haben, und zwar in Form des Poetry Slam Teams „Zum goldenen Schmied“. Dabei geht es aber natürlich nicht nur um äusserliche Ästhetik, aber auch. Wer beim Anblick von Laurin Buser und Fatima Moumouni nicht mit einem springbrunnigen Schweissausbruch spontan in allumfassende Glückseligkeit kollabiert, kann kein fühlender Mensch sein, aber darum geht es nicht.

Diese beiden Spoken Word Wunderkinder gehören zum Mitreissendsten, was die deutschsprachigen Poetry Slam Bühnen zur Zeit zu bieten haben. Wobei die Betonung viel mehr auf „Wunder“ als auf „Kinder“ liegt, denn Qualität kennt kein Alter und so etwas wie „Jugendbonus“ ist was für Schwächlinge und verzweifelte Kleinkunstveranstalter.
Als wäre das, was Fatima Moumouni und Laurin Buser nun schon seit Jahren als Einzelkünstler an geballter Schreib- und Sprechkunst auf die Bretter bringen, nicht genug, haben sie sich nun zu einem Poetry Slam Team, ach was sage ich, zu einer Spoken Word Supergroup zusammengeschlossen und sind ausgezogen, der Konkurrenz das Fürchten und dem Publikum das Staunen zu lehren. Sie haben als das Team „Zum goldenen Schmied“ bei den Schweizer Poetry Slam Meisterschaften 2014 in Basel alle überrascht und dieses Jahr in Zürich noch einen draufgesetzt. Und das ist bei Weitem nicht selbstverständlich: Wenn sich zwei hervorragende Einzelkünstler zusammentun, endet das nicht automatisch im gewünschten Resultat: Plus und plus gibt manchmal Minus. Nicht so beim Team „Zum goldenen Schmied“: Fatima Moumouni und Laurin Buser sprechen, was das humoristische Timing, die gekonnte Dramatik, die rhythmische Musikalität und die spielerische Ernsthaftigkeit betrifft, auch als Soloperformer die gleiche Sprache. Als Team bringen sie das alles nun auf die nächste Stufe. Plus und Plus gibt Doppelplus mit Sternchen.

Oder um es kürzer zu sagen: Wir Rauschdichter finden die geil. Wer es nicht glaubt, kann uns nicht gestohlen bleiben (das wäre dumm von uns, Zuschauer finden wir schon gut), sondern soll sich beim Rauschdichten selbst davon überzeugen.

Darum: Kommt am 28. September, 20:00 ins Musigbistrot zum Rauschdichten mit Fehmi Taner, mir und dem grossartigen Team „Zum goldenen Schmied“.

Es grüsst Euch
Renato Kaiser
Im Namen der Rauschdichter.