— Renato Kaiser

Rauschdichten mit Christian Ritter!

Sehr schön wars beim Wortlaut Festival in St. Gallen!

Wir durften Gerhard Meister und Anna Trauffer mit ihrem poetisch-musikalisch herausragenden Programm “Use usem Uterus” sehen, von Etrit Hasler mit der bisher originellsten Anmoderation wunderbar herzerwärmend beleidigend angekündigt werden, dann vor vollem Haus in der Grabenhalle auftreten, Etrit Hasler von der Bühne runterklatschen und dann noch den einzigartigen Toby Hoffmann in der Stickerei Bar belauschen, angaffen und anjohlen!

Am Montag gehts aber schon weiter mit der nächsten Herzens- und Leberangelegenheit: Dem Rauschdichten!

Die blutten Infos:

Datum: Montag, 31. März 2014

Ort: Musigbistrot (Mühlemattstrasse 48, 3007 Bern), www.musigbistrot.ch

Beginn: 20:00

Eintritt: 15 CHF, für Studenten: 10 CHF

Morgen schon steht also das nächste Rauschdichten vor der Tür, wie gewohnt mit den Stammrauschdichtern Christoph Simon, Sam Hofacher und mir, Renato Kaiser. Diese verschworene Dreifaltigkeit aus urtelligster Eidgenossenschaft aufbrechen wird dieses Mal der Mann, der dieses Wochenende noch beim Wortlaut Festival St. Gallen ebenfalls das Publikum entzückt hat:

Christian Ritter aus Bamberg!

Oder war es Würzburg? Oder Nürnberg? Ist doch alles einerlei! Spätestens seit dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative ist das da draussen sowieso alles Ausland. Ist ja auch einfacher. Bei all diesen fremden Ländern und Städten muss man sich ja schliesslich fast irren, oder kurz gesagt: Erasmus.

Das soll aber hier nicht Thema sein, sondern der wunderbare Christian Ritter! Aus Bamberg kommt er, in Würzburg moderiert er und in Nürnberg liebt man ihn. Das will aber nichts heissen, denn man liebt ihn überall! Und das völlig zu Recht. Seine Geschichten sind humorvoll, schlau, einfallsreich und euphorisieren geradezu mit ihrem horrenden Tempo, sowohl in der Schreibe als auch im Vortrag. Der begnadete Storyteller bringt das Slam-Publikum regelmässig in Ekstase, sich selbst ins Finale und seine Lippen häufig als erster an den jungfräulichen Hals des Siegerwhiskys (also, weil er gewinnt, nicht weil er ein ungeduldiger, unhöflicher, schlecht verlierender Säufer ist, wie alle anderen Slam-Poeten). Er gehört deswegen nicht nur unumstritten zur ersten Kaste des Poetry Slams (was auch immer das heissen soll), sondern auch in die tragisch-ehrenvollen Annalen der Vize-Champions von deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften (so geschehen nämlich bei den Nationals in Düsseldorf 2009).

Davon kann man sich natürlich nichts kaufen. Muss er aber auch nicht! Denn er schreibt Bücher! Davon kann man sich auch nichts kaufen? Stimmt eigentlich! Aber wenigstens hat er währenddessen nichts Dümmeres gemacht (beispielsweise keinem Schweizer das Geld, die Arbeit oder die Frau gestohlen) und die Welt wenigstens um einige schöne Buchtitel bereichert, die da zum Beispiel wären: “Moderne Paare teilen sich die Frauenarbeit” oder “Geschlechtsverkehr – Eine Einführung”. Sein aktueller Roman “Die sanfte Entführung des Potsdamer Strumpfträgers” dreht sich um das spontane Kidnappen des Quiz-Overlords Günther Jauch und hat ihm nicht nur einen Vertrag mit dem Heyne-Verlag und eine Nominierung in die Shortlist für den “ungewöhnlichsten Buchtitel des Jahres 2013” (Buchmesse Leipzig) eingebracht, sondern auch ein hübsches kleines Skandälchen in der deutschen Boulevardpresse. Mehr zu alledem findet man in seinem ebenfalls äusserst unterhaltsamen Blog (http://christianritter.wordpress.com/).

Ich will ja nicht sagen, dass wir Rauschdichter die deutsche Boulevardpresse fleissig verfolgen (ausser Christoph Simon vielleicht, der alte Heimlifeiss), aber trotzdem kriegen wir schon ein bisschen feuchte Hände, wenn wir daran denken, endlich einmal eine richtige Skandalnudel willkommen heissen zu dürfen! Huiii! Das Musigbistrot wird vor geifernden Blick-Lesern und -journalisten überschäumen! Wir sind so aufgeregt! Aber vor allem hocherfreut, dass uns der in jeglicher Hinsicht ausgezeichnete Autor Christian Ritter mit seinen Geschichten beehrt.

Langer Schäden kurzes Kinn: Dass ich während dieser Autoren-Beschreibung mich zu keinem einzigen Wortspiel mit “Ritter” habe hinreissen lassen, ist ein Zeichen für meinen Respekt ihm gegenüber. Tut es mir gleich und kommt vorbei, am 31. März, 20:00 Uhr im Musigbistrot Bern.

Es grüsst Euch

Renato Kaiser
Im Namen und vielleicht auch im Sinne der
Rauschdichter