— Renato Kaiser

Darkroom-Leiche und Hundescheisse – Hallo Berlin!

Nach einer kurzen Post-Pause meinerseits hier wieder mal eine kleine Aktualisierung. Ihr müsst mir jedoch verzeihen: Ich wohne seit 3. Mai und bis 27. Juni in einer Künstlerwohnung in Berlin und musste deswegen erstmal an- und runterkommen. Dass dies mehr als eine Woche gedauert hat, konnte niemand ahnen! Ausser Berliner wohl, nehm ich an. Ich habe schon dutzende tolle Menschen hier getroffen, wie die geschätzten Kollegen Tilman Birr, Julian Heun, Wolf Hogekamp, Till Reiners, Josefine Berkholz, Charlotte Rieber, Wehwalt Koslovsky und viele viele mehr!

Am zweiten Morgen lag bereits Hundescheisse vor meiner Wohnungstür und eine Leiche im Darkroom einer Schwulenbar 25m von meiner Wohnung entfernt. Ich weiss nicht, was das genau heissen soll, aber ich interpretiere es als: Willkommen in Berlin!

Wenn Ihr euch fragt, was ich hier in Berlin mache? Nun, ich schreibe gerade an meinem zweiten Soloprogramm und geniesse diese fantastische Stadt nebenbei. Oder umgekehrt. Gleichzeitig darf ich hier auch ein paar Mal auftreten, weiteres findet ihr bei den Auftritten.

Ach ja, übrigens: Hier in Berlin ist einiges anders. Auf dem Bild unten seht ihr, wie in Berlin indische Restaurants (auch zum mitnehmen…) heissen. Ass-istiert von der wunderbaren Hazel Brugger, die auch kurz hier war!

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Lüneburg, Hamburg, Lübeck, Schötz

Vier wunderbare Tage und Auftritte stehen mir bevor. Also ich gehe jetzt einfach mal davon aus und bin bitter enttäuscht, wenn meine Erwartungen nicht erfüllt werden, bzw. gebe die Schuld allen anderen, das heisst euch und Gott.

Jetzt gerade fahre ich im Zug nach Lüneburg, zum Slam im Salon Hansen. Die Stadt selbst ist zwar toll, aber gleichzeitig so lebkuchenhaft niedlich, dass ich nicht länger als zwei Tage da bleiben kann, ohne kandierte Marshmallow-Schmetterlinge zu erbrechen. Der Slam gehört zu einem meiner Liebsten und wird vom brachial-charmanten Moritz Neumeier aus Kiel moderiert. Ausserdem werde ich heute zum ersten Mal meinen neuen Text mit dem Titel “15 Minuten Einsicht oder Tim Bendzko und der grösste Pickel der Welt” vortragen. Mal schauen wie das wird. Mit dabei beim Slam sind soweit ich weiss unter anderen Svenja Gräfen, Pauline Füg und als featured Artists das Team Neurosenstolz mit Björn Dunne und David Friedrich.

Morgen Donnerstagabend bin ich dann beim Slam im Bunker (diente im Zweiten Weltkrieg zur Luftabwehr), welcher eine der beeindruckendsten Slam-Locations im deutschsprachigen Raum (mindestens) ist. Moderiert wird der Slam von meinem iranischen Herzbruder Michel Adollahi, der es wie kein zweiter versteht, seinem Publikum (immer zwischen 500 und 800 Zuschauer) mit bösem Charme und intelligenten Beleidigungen zu schmeicheln.

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Tags darauf (Freitag) verschlägt es mich, entgegen der ursprünglichen Planung nach Lübeck, anstatt nach Neumünster (das werde ich gleich unter dem Link “Auftritte” ändern). Dort werde ich soweit ich weiss mit der fantastischen Pauline Füg aus Hannover, die ich seit nunmehr sechs Jahren kenne und schätze, eine Slam-Show veranstalten und zwar in der kleinen Lübecker Buchhandlung Makulatur in der Hüxstraße 87. Das Ganze wird aufgezeichnet und zwar hier.

Am nächsten Tag dann fahre ich zurück in die schöne Schweiz nach Schötz (LU) wo ich bei der literarischen Metzgete mit Gerhard Meister und Gabriel Vetter sowie unter der Moderation von Simon Chen das gesprochene Wort verwurste. Man darf gespannt sein. Mehr Infos dazu findet man hier.

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Die Fleischfrau und die Kassenfrau

Liebe Küböfreufreu (Künstlerbörsenfreundinnen und -freunde). Jetzt kommen die schmutzigen Details. Diese Kolumne wird nicht im Thuner Tagblatt abgedruckt, sondern hängt nur hier an dieser Medienpinnwand im KKThun. Und im Internet. Wir sind also völlig unter uns.
Es waren zauberhafte Tage. Vor allem für mich. Ich kann jedem empfehlen, Künstlerbörsenchronist zu sein. Essen, trinken, schreiben – ein wunderbares Jobprofil. Und das Schönste daran war: sobald ich um 14 Uhr meine Kolumne abgegeben habe, konnte ich hemmungslos dem kulturellen Müssiggang frönen, zwar wie alle, jedoch mit dem tollen Gefühl, bereits “gearbeitet” zu haben. Der Job hat aber – wie so oft – auch Schattenseiten. Jeden Abend musste ich in der Late Night Bar bleiben, bis der letzte herauswankte, um ihn noch zu interviewen – als Chronist muss man schliesslich korrekt und allumfassend arbeiten. Manchmal war derjenige letzte auch ich selber. Ich hab ihn trotzdem interviewt, war aber irgendwie abgedroschen und langweilig. Und ausserdem: ich musste mich bei den Warteschlangen vor den Sälen ebenfalls hinten anstellen. “Ich bin Chronist, lassen sie mich durch!” zu sagen, hat auch nichts genützt. Dafür aber hat man genügend Zeit, um auch auf kleine Dinge aufmerksam zu werden, die auf den zweiten Blick welt- oder zumindest messenerschütternd sind. Es geht ums Essen, oder genauer um das Selbstbedienungsrestaurant vom Alpha Thun vor der “Piazza”. Mir war die Bezeichnung “14/19″ unter dem “Steak vom glücklichen Schwein” (eine eindeutige ante-mortem-Beschreibung) nicht klar. Die Fleischfrau (die charmante Dame hinter der Fleischtheke, “Fleischfrau” ist nicht negativ gemeint, geschweige vom Äusserlichen abgeleitet, ich mag bloss das Wort. “Fleischfrau”, mmh…) erklärte mir dann (ja, hier geht der Satz weiter, tschuldigung), dass es dabei um kleine, bzw. grosse Portionen ginge. Auf meine Frage, wie man das denn regeln könne, da man sich die Beilagen ja nach eigenem Gutdünken mengenmässig auf den Teller schaufelt, antwortete sie: “Ach, das entscheidet dann die Frau an der Kasse jeweils!” Mein Blick wanderte zur Kassenfrau (siehe Begrifferklärung “Fleischfrau”) und ich erstarrte in Ehrfurcht. Was für eine Macht! Was für eine Entscheidungkraft! Aus anfänglicher Bewunderung wurde Angst und ein Hauch von Panik. Wie würde sie meinen Pommes-Frites-Haufen katalogisieren? Hab ich ein zu grosses Stück vom Glücksschwein abgekriegt? Und vor allem: Reichen meine Küböchroschmarobos (Künsterlbörsenchronistenschmarotzerbons)? Die drei Antworten auf die drei Fragen lauten: 1. Gross, 2. ja und 3. nein. Es reichte nicht. Ich musste ganze sieben Franken aus der eigenen Tasche bezahlen! Eine Frechheit! “Ich bin der Chronist” zu rufen, hab ich mich nicht getraut. Schliesslich hatte ich es mit der mächtigsten Frau der Künstlerbörse zu tun.
Ach ja, die schmutzigen Details der gestrigen Late Night Bar, also: Michael Elsener hat sich im Rausch den Kopf kahlrasiert, Dodo Hug hat ein Cello zertrümmert, Matto Kämpf hat getanzt und Manuel Stahlberger einen babyblauen Bären verprügelt. So habe ich es auf jeden Fall in Erinnerung. Bei den Musikkabarettistinnen “Edle Schnittchen” am Stand 18.53 gibts übrigens Absinth. Vielleicht liegts auch daran…

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Wallis und St. Gallen – dialektal diametral

Die Lombardei will Teil der Schweiz werden. Diese Meldung aus unserem südlichen Nachbarland hat für Aufruhr gesorgt. Den Wallisern ringt dies nur ein müdes Lächeln ab, wollen sie doch mit der Schweiz so wenig wie möglich zu tun haben. Nicht umsonst gibt es für sie das Wallis einerseits und andererseits die »Üsserschwyz« – den Rest der Schweiz. Wahrscheinlich im Auftrag der Völkerständigung hat nun die Künstlerbörse den zermattigsten unter den Schweizer Kanton als Gast eingeladen. Schon letztes Jahr haben die Verantwortlichen des KTV diesen Drang zur Einbindung von Schweizer Randgesellschaften an den Tag gelegt, als sie St. Gallen als Gastkanton eingeladen haben. Damit hören die Gemeinsamkeiten zwischen diesen beiden Kantonen aber vorerst auf, liegt doch St. Gallen und das Wallis weit auseinander. Und dies nicht nur geographisch sondern vielmehr, was die Sprache betrifft. Das exotische Mysterium, das den Mund eines Wallisers verlässt, wird zwar von kaum einem Schweizer auf Anhieb verstanden, der melodiöse Singsang wird gleichzeitig aber als wohlkingend empfunden. Den St. Galler hingegen versteht jeder Schweizer ohne Probleme, dafür mag fast keiner dessen eckig-nasalen Hochgeschwindigkeitssalven, die er oft mit einem »Tschüsstschauuutschüsstschüss« oder einem spitzen »gell« abschliesst. Der St. Galler und der Walliser stehen sich dialektal diametral gegenüber. Mit dem exotischen Singsang vorhin war übrigens keineswegs französisch gemeint. Denn ja – um Gottes Willen – diese Sprache wird da auch noch gesprochen! Sie sehen: Gründe für Isolation sind gegeben.

Dieses Wochenende jedoch wurde heftig integriert. Sowohl auf französisch als auch walliserdytsch besangen, betanzten und bespielten die Walliser Künstler das begeisterte Publikum. Den Start machte der Kabarettist Yann Lambiel an der PreisGala am Donnerstag mit gelungenen Imitationen der bekanntesten Walliser Verbrecher (Joseph Blatter, Oskar Freysinger, u.a.). Freitag und Samstag bewiesen dreissig weitere Künstler aus Kabarett, Literatur, Tanz und Theater dass das Wallis nicht nicht nur in der Fleischtradition vielfältig ist. Für einen der Höhepunkte sorgte der Autor Rolf Hermann, der mithilfe von zwei »Üsserschwyzer« (Matto Kämpf aus Thun und der Bieler Achim Parterre) Alpen-Hardcore-Mundart-Poesie zum Besten gab. Wer also eine literarische Einlage für seine nächste Beerdigung sucht (O-Ton Kämpf) wird an den »Gebirgspoeten« nicht vorbeikommen.
Doch von Beerdigung soll hier weiter keine Rede sein. An der Künstlerbörse ging es äussert lebhaft zu und her, auf den Bühnen einer- und in der Late-Night-Bar andererseits. Allerspätestens da fanden auch wirklich alle Walliser und Üsserschwyzer zueinander. Ob dies am integrativen Gedanken der Künstlerbörse lag oder daran, dass ab einem gewissen Alkoholpegel jeder Dialekt irgendwie exotisch und/oder französisch klingt, wusste am Morgen danach keiner mehr so ge

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Der Küböchro und der Bonhomme

Am Donnerstag der Künstlerbörse (oder wie ich hier tatsächlich an einer Pinnwand gelesen habe: »Kübö«) fand die Preisgala statt, an der Pippo Pollina und Massimo Furlan sehr hässliche Preise übergeben wurden. Eine neongelb leuchtende schemenhafte Menschenfigur, die aussieht als hätte bei dessen Kreation ein Primarschüler mehrere »Laubsägeliblättli« zerstört und anschliessend keine Lust mehr auf die Schleifarbeit gehabt. Um dem Ganzen trotzdem einen fröhlichen Touch zu geben, wurde die Figur in einen gelben Farbkübö getaucht – und wahrscheinlich auch damit man die Bleistiftskizzen des ungenügenden Handarbeitsschülers auf dem Rohholz nicht sieht. Um der Perversion der Ästhetik die Krone aufzusetzen heisst der Preis »Bonhomme«. Ein wahrlich unpassender Name, könnte man meinen, bis man den tieferen Sinn hinter, bzw. in der Statue erkennt. Schliesslich heisst das Männlein »Bonhomme« und nicht »Beau Homme«. Und wie bei jedem guten Mann zählen, vor allem wenn er nicht sonderlich schön ist, die inneren Werte. So auch bei diesem sonnigstrahlenden Augenschmerz, schlummern in ihm doch Ruhm und Ehre und 10’000 Franken.

Und wenn wir schon bei ästhetisch fragwürdigen Dingen sind. Was genau ist der Antrieb hinter Menschen, die nicht allzu schwer über die Lippen gehende Wörter wie »Künstlerbörse« in eine kieferverrenkende Abkürzung namens Kübö verwandeln? Die Künstlerbörse hat so einen Spitznamen nicht verdient! Eine Freundin von mir heisst Angelica und wurde stets »Gelle« genannt! So muss sich die Künstlerbörse fühlen! Kübö! Daniel Küblböck hätte diese Abkürzung verdient, wäre in dem Falle doch die Kongruenz von Form und Inhalt perfekt! Aber doch nicht hier. Soll es der Vereinfachung dienen? Wie bei YB? Ehrlich gesagt, macht es erstens im testosterongeschwängerten Fussballmetier Sinn, einen Teenie-Boy-Group-Namen abzukürzen und zweitens wird man das kultivierte Künstlerbörsenpublikum kaum dazu bringen, hooliganartig Fangesänge anzustimmen wie »Küübö *klatschklatschklatsch* Küübö *klatschklatschklatsch*«.
Für den Fall, dass man mit Kübö einen dieser umlaut-überhäuften skandinavischen Bandnamen imitieren wollte, muss man sagen: Wenn »Kübö« eine schwedische trendy-indie Rockband wäre – sie wäre eine miserable.
Wollte man aber vielleicht dem Gastkanton entgegenkommen? Den francophonen Wallisern rein lautlich mit »Boschuur lö kübööö«? Oder den Oberwallisern, die doch allzu gerne ö und ü in ihrer kryptischen Sprache benutzen? Aber auch dies macht keinen Sinn. Wie wir alle wissen, ist der Walliser in seiner Namensgebung so präzise und zweckorientiert (man denke an Aufdermaur, Imoberdorf, Aufdenblatten, Aufderheckehinterderdrittenstrasselinksamhang), dass ihn eine derartig primitive Abkürzung verwirren, wenn nicht sogar beleidigen würde.
Und das kann nicht im Sinne der Kübö sein, und erst Recht nicht in jenem der Künstlerbörse. Man muss jedoch anmerken, dass diese lächerlich kleinen Unschönheiten nur dem chronisch nörgelnden Chronisten aufgefallen sind. Die Zuschauer stürmten am Freitag in Scharen in die Säle und erfreuten sich an hervorragender Kleinkunst. Und daran hinderte sie weder der »Bonhomme« noch das »Kübö« und erst recht nicht der Küböchro.

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Salut zusammen, weil mich das Internet zurzeit grad bös veräppelt, hier nur ein kurzer, zorniger Eintrag:

Ich heute ab 09:05 auf DRS1 beim “Treffpunkt”, hören oder nachschauen, zackzack.

Künstlerbörsenkolumnen: Weil ich das so schön fand, gibts meine vier Kolumnen die Tage hier aufgeführt, jeee, jeee, Freude Freude.

Ab Freitag bin ich auf Ostdeutschland-Slamtour u.a. mit der herzzerbrechend krud-coolen Hazel Brugger und Volker Strübing, der einer meiner Liebsten ist.

Ansonsten bin ich genervt vom Internet und bald wieder gut drauf.

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Spannung lag in der Luft. Es sollte ein bedeutsamer Abend werden. Sein oder Nichtsein. Sieg oder Niederlage. Borussia Dortmund oder der FC Bayern München! So dachte ich auf jeden Fall, bis ich gemerkt habe, dass ich im KKThun sitze und Chronist der diesjährigen Künstlerbörse bin. Das war natürlich ein Schock. Da will man sich das wichtigste Spiel der laufenden Bundesligasaison anschauen und dann sowas! Warum ich mich überhaupt für deutschen Fussball interessiere und nicht für den aus der Schweiz? Nun, also erstens: Ich komme aus St. Gallen. Und zweitens… Na ja, das war’s eigentlich schon.
Um über den Schreck hinwegzukommen, begab ich mich zum Apéro, der vom Gastkanton Wallis offeriert wurde. Mit jedem Gläschen Rotwein und jeder Scheibe Speck mehr verflog mein anfänglicher Unmut und ich begann mich unters Volk zu mischen. Auch meine anfängliche Unterwürfigkeit gegenüber den illustren Gästen aus Kultur und Politik wich einer weingesottenen Forschheit. Während ich anfangs noch zaghaft sagte, dass ich hier vier Tage lang zuschauen, essen und trinken und darüber schreiben würde, tönte ich später: »Ich bin der Chronist!« Nach ein zwei weiteren Gläsern Wein sagte ich das auch, ohne direkt gefragt zu werden. In eine Gruppe hineinzuplatzen und forsch »Ich bin der Chronist!«, zu röhren und gleich wieder zu verschwinden, hinterliess auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck. Die Betroffenen erstarrten vor Ehrfurcht. Oder Angst. Ein guter Walliser Apéro verhilft nun mal zu einer breiten Brust. Da stimmte mir auch der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz indirekt zu, indem er die Walliser unter anderem mit folgendem Satz offiziell begrüsste: »Eine der Kernkompetenzen der Walliser ist das Servieren von Apéro!« Ich prostete und stimmte ihm zu.
Nun ging’s aber zum Hauptteil des Abends, der KleinKunstGala im Schadausaal. Statt »Wurscht und Bier und Fuessball« halt »Wii und Trochufleisch und Kultur«. In der ersten Hälfte spielte der Träger des Schweizer KleinKunstPreises 2012 Pippo Pollina gross auf und liess mich durch seine bewegende Musik jeden Gedanken an Fussball vergessen. Als er mit Werner Schmidbauer einen Bayern vorstellte, blieb mir jedoch nichts anderes übrig als den Zwischenstand nachzuschauen. Null zu null. Die Show konnte weitergehen. Die beiden Südländer (der eine Italiener, der andere Bayer) hatten die Partie fest im Griff, zeigten sich kombinationsfreudig und verspielt, und nichtsdestotrotz mit dem einen oder anderen intelligenten Pass in die Tiefe. Von Catenaccio konnte keine Rede sein.
Nach der Pause war Massimo Furlan, der Träger des diesjährigen Schweizer InnovationsPreises, an der Reihe. Ich muss zugeben: Zuerst hat sich mir von seiner experimentellen Tanz- und Theaterkunst nicht viel erschlossen. Als er dann aber in einem rotblauen Superheldenkostüm auftrat, mit einem Ball unterm Arm, dämmerte es mir langsam. Und spätestens als ein weiterer Superheld, schwarzgelb gekleidet (!) die Bühne betrat, dem Rotblauen den Ball und ein Sandwich entriss und nicht mehr zurückgab, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ein Blick auf mein Handy nach der Gala bestätigte meinen Verdacht: Eins zu Null für den BVB! Im Duell der Fussballsupergiganten kriegt der Schwarzgelbe »dä Füfer und s’Weggli«, bzw. den Sieg und das Sandwich, und der Rotblaue streckt sich vergebens nach dem Ball. Just in dem Moment erinnerte ich mich an die Pressekonferenz vor der Partie, äh, der Gala. Massimo Furlan wurde dort als zukunftsgerichtet beschrieben. Ich hatte zu jenem Zeitpunkt keine Ahnung, wie sehr das stimmt! Er ist ein Seher. Ein Prophet. Und Fussball und Kultur ist doch nicht so weit auseinander, wie man immer denkt.
Und wenn Sie nun meinen, das sei arg weit hergeholt und zu nonchalant, ist mir das einerlei. Denn, wie Sie wissen ja: Ich bin der Chronist!

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Salut zusammen,

Dies ist nur ein ganz kleiner Eintrag. Falls ihr Interesse daran habt, zu lesen, was an der Künstlerbörse (mindestens aus meiner Perspektive) passiert, klickt einfach auf den Link unten. Der führt euch direkt zu meinen Kolumnen. Die erste von insgesamt dreien habe ich schon geschrieben und steht auch schon auf der Seite.

Künstlerbörse-Kolumnen

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Nach einer nun einwöchigen Auftrittspause gehts wieder los, aber nicht mit Auftreten, sondern vielmehr mit Schreiben. Ich habe die Ehre, die Künstlerbörse in Thun von Donnerstag bis Sonntag als Chronist zu begleiten. In der Zeit werde ich drei Kolumnen schreiben und ein bisschen erzählen, was an dieser Messe so vor sich geht. Schmutzige Details, sage ich nur, schmutzige Details! Alles weitere dazu findet ihr auf der Homepage vom KTV (www.ktv.ch) oder im Thuner Tagblatt, da wird die Kolumne ebenfalls abgedruckt. Ich freue mich natürlich auch auf jeden, der persönlich zur Künstlerbörse kommt, es wird bestimmt wieder fantastisch. Ich bin auf jeden Fall stets für ein Bierchen oder einen Kaffee bereit.

Bis dahin liebe Grüsse und bis bald

Renato

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Meine Damen und Herren,

Hier ein kleiner Zwischenbericht. Wir haben das Rauschdichten im Musigbistrot in Bern erfolgreich abgeschlossen mit einem glänzend aufgelegten Gastleser namens Martin Fritz aus Innsbruck vor einem restlos ausverkauften Haus. Mehr als 90 Zuschauer haben das Musigbistrot zum Bersten gebracht und Fuad in den Wahnsinn getrieben. Oder die Freudentränen in die Augen. Auf jeden Fall wird im Herbst dieser Spass weitergehen, ab dann aber einmal im Monat. Wir hoffen weiterhin auf so zahlreiche und – nicht zu vergessen – wunderschöne ZuschauerInnen. Oha. Ich komm in Zürich an. Geburtstagsparty einer wunderbaren Freundin, die dreissig wird. Mal schauen, wie das ausgeht. Ich wünsche noch einen feuchtfröhlichen Ostersonntagabend und bis bald!

 

Bussi bussi, Renato

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